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Wärmendes zur kalten Zeit: Kaminfeuer für Wii

Der Wii kann man jetzt Feuer unterm Konsolen-Hintern machen. Der Wii kann man jetzt Feuer unterm Konsolen-Hintern machen. - © Hersteller
von VOL.at / Alf Waibel - Wiiware ist das Downloadsegment für Nintendos Wii. Ein kleines aber feines Programm Unterhaltungssoftware hebt sich kreativ von anderen ab und ist geeignet, gerade in der Winterzeit als Stimmungsaufheller herzuhalten. Denn die wenigsten nennen ein gemütliches Kaminfeuer ihr eigen – wer eine Wii besitzt kann sich romantische Lagerfeuerstimmung ganz ohne Rauch und Dreck ins heimische Wohnzimmer holen.

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Die einen finden es überflüssig und überteuert, andere schwören darauf: Virtuelles Kaminfeuer – dank Riesen-Flachbildschirmen und geeigneter Soundhardware ein eindrückliches Erlebnis – nur die Hitze fehlt eben.

Nach dem Kauf via Wii-Points im Nintendo Wiiware-Onlineshop geht’s los: Über das Hauptmenü kann eine von vier verschiedenen Kaminumgebungen, ersatzweise auch ein dunkler Hintergrund für die knisternde Glut ausgewählt werden. Wer auf Outdoor Romantik steht, sollte sich das optionale Lagerfeuer etwas genauer ansehen. Den Klassiker „Offener Kamin“ gibt es in zwei Varianten: Im sogenannten „Nonstop Modus“ prasselt die Glut munter vor sich hin, ohne Asche zu produzieren. Von Zeit zu Zeit kann und muss man ein Scheit ins Feuer werfen.

Wesentlich komfortabler ist der sogenannten „Butler Modus“. Hier brennt das Feuer langsam herunter, bevor es verlöscht, wirft der virtuelle Butler sehr intelligent von Zeit zu Zeit ein Holzscheit nach, woraufhin das Feuer zu neuer Kraft erstarkt – sehr angenehm für den romantischen Abend vor dem virtuellen Kaminfeuer mit oder ohne Lammfell davor. Werden sowohl „Nonstop Modus“ und „Butler Modus“ deaktiviert, ist der Spieler vor dem Schirm gefordert: Das Feuer brennt, wohl von virtuellem Weichholz gespeist, sehr schnell herunter, man ist zu ständigem Nachlegen aufgefordert, anderenfalls das virtuelle Kaminfeuer rasch erlischt. Dabei hat der Bediener die Wahl zwischen verschiedenen Holzarten und Formen. Auch die Art und Weise, von wo und wie das Scheit ins Feuer fällt, kann beeinflusst werden. Allerdings hat die Physikengine auch so so ihre Tücken: Während ein von oben auf das Feuer gelegtes Holz tadellos zu brennen beginnt, kann ein von vorne in die Glut ge! legtes Stück das komplette Kaminfeuer zum Sprengen bringen. Das ist unfreiwillig komisch und nicht im Geringsten realitätsnah.

Ebenfalls sehr rudimentär: Das Anzünden des Feuers gestaltet sich ein wenig – seltsam. Einfach ein Streichholz auf den aufgetürmten Holzhaufen geschmissen und schon prasselt ein schönes Feuer im Kamin. Realismus: Fehlanzeige. Übrigens ist die Feuerstelle mit insgesamt 20 Holzstücken voll, mehr geht nicht. Abschließend winken Statistiken in Form von Brenndauer, Temperatur und Zahl der verbrannten Holzstücke – für die Puristen unter den Romantikern gewissermaßen.

Soundtechnisch wurde das virtuelle Kaminspektakel gut in Szene gesetzt – da knistert, prasselt und knackt es wie beim richtigen Feuerchen. Optisch muss man sich eben vergegenwärtigen, dass es sich bei der Wii nicht um eine Next Gen Konsole im eigentlichen Sinn handelt. Jedenfalls nicht zum Anschluss an einen HD Fernseher. Denn so wird klar: Diese Kaminfeuer-Sim hätte ich persönlich lieber hochauflösend auf einer 360 oder PS 3 gesehen, welche zudem mehr Rechenpower für eine entsprechende Physiksimulation zur Verfügung hätten. Zwar tanzen mager aufgelöste Flammen schön vor sich hin, Funken stieben, auch der Gesameindruck ist durchaus warm und gemütlich. Aber echtes Feuer hat nun einmal etwas schärfere Flammen als bei dieser Wii-Ware. Letztendlich ist und bleibt es halt nun einmal nur eine Wii, kein Hardwarebolide, auf der das Spektakel läuft.

Fazit:

Kaminfeuer für die Wii ist eine ganz nette romantische Physikspielerei für Nintendos Antwort auf Xbox 360 und Playstation 3. Doch kaum glaubhafte physikalische Eigenheiten und die mickrige Technik lassen eher zum Kauf einer Kaminfeuer Simulation für den Blu-Ray-Player raten. Da hat man auch die Möglichkeit, schöne Chillout-Musik dazu zu wählen. Übrig bleibt der von der Plattform her falsch gegriffene Versuch einer durchaus stimmigen Idee einer rudimentär beeinflussbaren Kaminfeuer-Simulation. Für Wii-Eigner und verkappte Romantiker einen Blick wert. Ich warte dann wohl eher auf eine HD Version für 360 oder PS3.



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