Wandel in der Modeindustrie: Plus-Size-Mode auch in Salzburg

Plus-Size-Mode auch in Salzburg.
Plus-Size-Mode auch in Salzburg. - © Flickr
Von Werbeplakaten in der Fußgängerzone lächeln vor allem hellhäutige, sehr schlanke und faltenlose junge Frauen auf die Passanten herab. Auf den Laufstegen der Fashion-Shows und in den Fotostrecken großer Modemagazine sieht es kaum anders aus: Dort überwiegen ebenfalls die sehr schlanken Models – und trotz ihrer natürlichen Schönheit wird im Netz und in den Printmedien meist noch kräftig retuschiert: So sorgen die Grafiker via Photoshop für ebenmäßigere Haut, schmalere Taille, größere Brüste und höhere Wangenknochen. Dieser unnormale Schönheitswahn wird in der Öffentlichkeit schon seit Jahren kritisiert – und endlich scheint die Modeindustrie darauf zu reagieren: weniger Retusche, mehr Diversität, mehr Angebot auch für Übergrößen lautet das Motto. Auch Salzburg positioniert sich für mehr Body Positivity.

Hashtags für ein positives Körperbild

Der überbordende Schönheitswahn wird nicht nur in der Modeindustrie gepflegt, sondern auch in sozialen Netzwerken wie Instagram. Dort zeigen Nutzer und Nutzerinnen ihre perfekten Körper und vermitteln somit ein für viele unerreichbares Schönheitsbild. Denn schon allein durch perfekte Lichtverhältnisse und die richtige Pose kann eine Taille schlanker und ein Po praller wirken als in Wirklichkeit. Viele Fotos werden zudem vor dem Hochladen retuschiert. Doch einige Instagram-User nutzen die Plattform auch, um auf diesen teilweise gefährlichen Schönheitswahn aufmerksam zu machen. Mit dem von Plus-Size-Model Tess Holiday ins Leben gerufenen Hashtag #effyourbeautystandard posten Instagramer ihre Fotos, Ratschläge oder Leitsprüche, um darauf hinzuweisen, dass alle Körper schön sind.

Die Modeindustrie zieht nach

Auch in der Modeindustrie findet langsam ein Umdenken statt. Als Durchbruch gilt das Cover der Sports Illustrated mit Ashley Graham. 2016 zierte damit das erste Plus-Size-Model die US-amerikanische Sportzeitschrift – und brachte die Diskussion über mehr Diversität in der Modebranche ins Rollen. So widmete die Vogue eine gesamte Ausgabe dem Thema Diversität. Auf dem Cover war Ashley Graham mit sechs ihrer Model-Kolleginnen zu sehen. Graham lief außerdem bei einer Modenschau des Designers Michael Kors über den Laufsteg. Der Designer setzte bei der Auswahl der Models auf Vielfalt: So waren unterschiedlichste Hautfarben und Altersklassen auf dem Laufsteg zu sehen und die Bandbreite der Models reichte von androgyn bis kurvig.

Angebot für alle Figurtypen

Dieser Sinneswandel der Modeindustrie zeigt sich auch im wachsenden Angebot: Während vor einigen Jahren die Mode für Übergrößen sich vor allem auf Kleidung in gedeckten Farben und sehr weiten Schnitten beschränkte, produzieren die Hersteller nun endlich Kleidung, die auch modebewusste Frauen zufriedenstellt. Populäre Modeketten wie H&M oder C&A haben ihr Sortiment erweitert und bieten neben den Standardgrößen XS–XL endlich auch Plus-Size an. Und an die Herren wird ebenso gedacht: Das Unternehmen Ulla Popken bietet beispielsweise Herrenmode von Größe L bis 7XL an – also auch Kleidung für Männer mit kräftiger Statur.

Modische Übergrößenkleidung in Salzburg

Auch Salzburg zieht mit. Im Sommer vergangenen Jahres stellte das deutsche Plus-Size-Model Silvana Denker ihre Kampagne BodyLove vor. Acht Frauen unterschiedlicher Körpertypen präsentierten sich im Salzburger Mirabellgarten in Unterwäsche, um zu zeigen, wie schön körperliche Individualität ist – egal, ob sie dem gängigen Schönheitsideal entspricht oder nicht.

Inzwischen kann man auch in Salzburg in mehreren Läden Übergrößenmode kaufen. Im Curvy Star in der Josef-Lindner-Straße finden Kunden beispielsweise verschiedene Plus-Size-Labels ab Größe 40. Das Team veranstaltet regelmäßige Events und Mitmachaktionen.

Markenmode ab Größe 42 gibt es bei Pia Antonia sogar zwei Mal in Salzburg (einmal in der Altstadt und einmal in der Wolf-Dietrich-Straße 8). Dort sind über 20 internationale Labels mit aktuellen Kollektionen vertreten – das Team berät seine Kundinnen gern bei der Kleiderwahl. Das bereits erwähnte Unternehmen Ulla Popken ist nicht nur online vertreten, sondern bietet den Kunden in der Schwarzstraße 8 auch eine Filiale vor Ort.

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