Was die Asche am Aschermittwoch bedeutet

Die Asche gilt als Symbol der Trauer und der Reinigung. (Symbolbild)
Die Asche gilt als Symbol der Trauer und der Reinigung. (Symbolbild) - © Roland Weihrauch dpa/lnw
Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die kirchliche Fastenzeit. Er ist der erste Tag der österlichen Bußzeit und nicht der letzte des Faschings. Wir klären euch auf, was es mit der Asche an diesem Mittwoch auf sich hat und wie das in den Salzburger Kirchen zelebriert wird.

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf Ostern vorzubereiten.

Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit

Dieses Zeitmaß leitet sich aus der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Weil früher an Sonntagen nicht gefastet wurde, werden diese auch heute nicht bei der Zählung der 40 Tage berücksichtigt.

Asche als Symbol der Reinigung

In der Einführung in das römische Messbuch heißt es: “Am Aschermittwoch, der überall als Fastentag zu halten ist, wird das Aschenkreuz erteilt.” Dieses Zitat weist auf einen weiteren Brauch dieses Tages hin, den Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie – in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies – aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet.

So wird der Aschermittwoch in Salzburg zelebriert

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem elften Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert. “Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” oder “Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium” lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen des Aschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

Auch heute noch wird dieser Brauch in vielen Salzburger Kirchen zelebriert. Die Asche stammt dabei meist von den Palmbusches des Vorjahres. Diese werden am Aschermittwoch verbrannt. Wie Josef Pletzer, Pfarrer im Salzburger Stadtteil Maxglan erklärt, komme auch in seiner Kirche die Asche von den Palmbuschen und den Olivenzweigen vom letzten Palmsonntag. Heuer brachten Gläubige am Sonntag vor dem Aschermittwoch ihre Palmbuschen mit.

In Maxglan hat Kaplan Marcellinus Nweke im Vorjahr die Asche mit Weihwasser zu einer Art Teig gerührt, “dann war das Aschenkreuz auf der Stirn ordentlich sichtbar”, berichtet Pletzer.

Über 500 Jahre altes Fastentuch erhalten

1.000 Jahre alt ist auch der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Das älteste in Österreich erhaltene Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk in Kärnten.

(APA/SALZBURG24)

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