Was man im Krankenstand beachten muss

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Eine Erkrankung muss unverzüglich dem Arbeitgeber gemeldet werden (Symbolbild).
Eine Erkrankung muss unverzüglich dem Arbeitgeber gemeldet werden (Symbolbild). - © Bilderbox
298.000 Krankenstände wurden 2016 bei der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) gemeldet. Darüber, was man im Krankenstand tun darf und was nicht, ranken sich viele Mythen. Doch was davon stimmt wirklich? Wir haben uns darüber mit Robert Rohrmoser, Chef der Kontrolle bei der Salzburger Gebietskrankenkasse, unterhalten.




Die Tendenz der Krankenstände im Bundesland Salzburg ist steigend, gab es im Jahr 2014 noch 262.400 Krankenstandsmeldungen, so stieg die Zahl 2015 auf 283.200 und 2016 sogar auf 298.000 Meldungen an, weiß Rohrmoser im Gespräch mit SALZBURG24.

Pflichten im Krankenstand

Wenn man krank wird und nicht arbeiten gehen kann, muss man seinen Arbeitgeber darüber unverzüglich informieren, rät die Arbeiterkammer (AK). Das gilt auch nach Arbeitsunfällen. In den meisten Fällen reicht ein kurzer Anruf vor Arbeitsbeginn. Die genaue Regelung ist von Firma zu Firma verschieden.

Ab zum Arzt

Im Krankheitsfall sollte man so bald wie möglich einen Arzt – Allgemeinmediziner oder Facharzt – aufsuchen. Dieser stellt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus und schickt sie auch an die zuständige Krankenkasse. Auch für den Arbeitgeber wird eine Bestätigung ausgestellt, darauf ist aber keine Diagnose sondern nur eine Ursache zu lesen. „Die Diagnose ist Privatsache“, erklärt Rohrmoser.

Ein Krankenstand kann befristet oder unbefristet sein, die Entscheidung trifft der Arzt. Bei zweiter Variante bekommt man im Normalfall eine Einladung zur medizinischen Begutachtung bei der Krankenkasse. „Kann man den Termin nicht wahrnehmen, muss man sich unbedingt bei der Krankenkasse melden. Wenn man nicht erscheint kann das arbeitsrechtliche Folgen nach sich ziehen“, weiß der Chef der Kontrolle.

Ausgangszeiten und Bettruhe

Der behandelnde Arzt entscheidet, ob man im Bett bleiben muss und welche Ausgangszeiten festgelegt werden. Die Zeiten hängen von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Das bedeutet, wenn man beispielsweise wegen einer Grippe nicht zur Arbeit kann, sind die Ausgänge auf das Allernötigste beschränkt (Arztbesuche, Gang zur Apotheke, kurze Einkäufe). Anders etwa bei psychischen Erkrankungen, bei denen beispielsweise ein längerer Spaziergang Teil der Behandlung sein kann, so die AK.

Ausgangszeiten werden in der Regel vom Arzt festgelegt und sind üblicherweise von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr. „Wenn der Arzt jedoch keine Ausgangszeiten festlegt, dann gibt es auch keine“, so Rohrmoser.

Keine Ausflüge ins Ausland

Keinesfalls darf man im Krankenstand ins Ausland fahren. Das heißt, auch ein kurzer Einkaufstrip ins angrenzende Bayern ist nicht erlaubt. „Das hat versicherungstechnische Gründe, falls etwas passiert. Sollte dennoch ein Aufenthalt im Ausland unumgänglich sein, muss man das mit der Versicherung klären, diese spricht sich dann auch mit dem Arbeitgeber ab“, erklärt der Experte.

Kontrolle durch die Krankenkasse

Stichprobenartig kontrolliert die SGKK, ob die Krankenstandsregelungen auch eingehalten werden. Wenn die Bestimmungen nicht eingehalten werden, kann das einen vorzeitigen Abschluß des Krankenstandes und in weiterer Folge zu einer nicht mehr aktiven E-Card kommen, erzählt Rohrmoser.

Auch „Blaumacher“ werden kontrolliert. Bei der Krankenkasse erkennt ein Computerprogramm, ob es Besonderheiten bei einem Krankenstandsverlauf gibt. 2016 konnten so im Bundesland Salzburg 8.150 Fälle von Krankenstandsmissbrauch durch die SGKK aufgedeckt werden.

Krank im Urlaub

Da es schon mal vorkommt, dass man den wohlverdienten Urlaub im Bett verbringt, gibt es dabei einige Dinge zu beachten. Wichtig ist laut AK, dass die Erkrankung nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Wichtig ist auch in diesem Fall, dass der Arbeitgeber und auch die zuständigen Krankenkasse unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit informiert.

Eine Arbeitsunfähigkeit im Urlaub kann vom Arzt nur ausgestellt werden, wenn diese länger als drei Tage dauert, dazu zählen auch das Wochenende und Feiertage. Anderenfalls gelten die Tage als Urlaubstage. Wenn man also im Urlaub von Donnerstag bis Sonntag krankgeschrieben wird, bekommt man Donnerstag und Freitag aus sein Urlaubskonto rückgebucht. Der Urlaub wird aber nicht automatisch verlängert.

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