Was versteht man unter „dermatologisch getestet”?

"Dermatologisch getestet", "nicht an Tieren getestet", "Naturkosmetik" - die Anzahl der Labels in der Schönheitsbranche ist groß. (Symbolbild)
"Dermatologisch getestet", "nicht an Tieren getestet", "Naturkosmetik" - die Anzahl der Labels in der Schönheitsbranche ist groß. (Symbolbild) - © Bilderbox
Inzwischen lässt sich auf vielen Kosmetika der Vermerk “dermatologisch getestet” finden. Dieser Hinweis sagt jedoch nichts über die Qualität der Shampoos, Cremes oder Make-Up-Artikel aus. Die Forschung ist hier oft irreführend und lückenhaft. Aber was bedeuten Begriffe wie dieser wirklich? Wir verschaffen euch einen Überblick im Kosmetikdschungel.

Der Begriff Kosmetik im Allgemeinen kommt aus dem Altgriechischen und bezeichnet die Schönheits- und Körperpflege bzw. je nach Schönheitsideal die Verbesserung, Erhaltung oder Wiederherstellung des menschlichen Körpers. Die dafür benötigten Substanzen werden deshalb als Kosmetika bezeichnet.

Je nach Kulturverständnis der anwendenden sozialen Gruppe, soll Kosmetik das Körperäußere pflegen und verschönern. So verfolgen zahlreiche kosmetische Produkte das Ziel, die Begrenztheit des Körpers und Alterungserscheinungen weniger sichtbar zu machen. Bereits im alten Ägypten wurden Leichname durch Balsamierungsverfahren aus dem Bereich der Nekrokosmetik vor dem Verfall bewahrt.

“dermatologisch getestet”

bildschirmfoto-2018-03-19-um-13-16-18 Auf vielen Kosmetikprodukten lässt sich inzwischen die Kennzeichnung “dermatologisch getestet” finden. Die Bedeutung ist jedoch den meisten Konsumenten unklar. Hier wird lediglich hervorgehoben, dass während der Tests ein Dermatologe anwesend war. Die Kennzeichnung sagt allerdings nichts über die Protokollierung, das Testverfahren oder die Unabhängigkeit des Prüfers aus.

So kann der Dermatologe also durchaus bei der Firma angestellt sein. Hat dieses Label dann überhaupt eine Aussagekraft? Zum Teil schon. So bestehen gerade größere Unternehmen auf eine akribische Selbstkontrolle und ziehen daraus ihre Schlüsse. Die Testreihen sind umfangreich und die wissenschaftlichen Untersuchungen exakt. Somit werden die Kunden nicht getäuscht, ein absolut verlässliches Merkmal bezüglich der Qualität des Produkts ist die Bezeichnung jedoch auch nicht.

Naturkosmetik

Wie alle kosmetischen Mittel, unterliegen auch Naturkosmetika dem europäischen Kosmetikrecht. Im Vergleich zu herkömmlicher Kosmetik besteht dennoch ein wesentlicher Unterschied. So gibt es keine gesetzliche Regelung, die in der europäischen Kosmetikverordnung mit dem Begriff Naturkosmetik verbunden sein muss. Es handelt sich also um keinen geschützten Begriff und es existieren lediglich privatrechtliche Empfehlungen und Richtlinien. Trotz allem haben Behörden, die für kosmetische Mittel zuständig sind, die Aufgabe, die Verbraucher vor Irreführung und unlauterem Wettbewerb zu schützen.

Das Gesundheitsministerium vollzog in diesem Zusammenhang einen wichtigen Schritt: Die 4. Auflage des Codexkapitels B 33 Naturkosmetik vom 14.01.2009 im Österreichischen Lebensmittelbuch. Hier wird die Verbrauchererwartung widergespiegelt, wenngleich der Codex nicht die rechtliche Bedeutung einer Verordnung oder eines Gesetzes genießt.

Viel eher dient der Codex als Richtlinie für die Vermarktung und Produktion von Naturkosmetika. Vor Gericht wird er wie ein “objektives Sachverständigengutachten” betrachtet. Wer die Bezeichnung “Naturkosmetik gemäß Codexkapitel” auf seinen Naturkosmetika anbringen möchte, der muss die Kriterien des Codexkapitels und die allgemeinen gesetzlichen Anforderungen aller Kosmetika erfüllen. Der Vermerk “geprüfte Codexqualität” erfordert sogar die Bestätigung eines nominierten Gutachters vom Gesundheitsministerium gemäß §73. Bei Öko-/Biokosmetik müssen zudem Nachweise über den Anbau und die Herkunft der Inhaltsstoffe aus Bioproduktion erbracht werden.

Verträglichkeit und Wirksamkeit

Sehr repräsentativ ist ein großer Teil der Studien zu den Inhaltsstoffen von Kosmetika nicht. Bei einem genauen Blick auf die Studien wird die Problematik offensichtlich. So lassen zehn Probanden sicherlich keine Rückschlüsse auf die Allgemeinheit zu. Eine statistische Aussagekraft ist eigentlich nicht vorhanden und die Fehleranfälligkeit sehr hoch. Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Probanden an einer Studie teilnehmen, desto aussagekräftiger ist diese. Bei einer Studie mit 20 Menschen muss niemand auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren, obwohl der Anteil der Allergiker in der Allgemeinheit durchaus hoch ausfallen kann. Zudem müssten für eine verlässliche Studie Menschen aller Altersstufen und Hauttypen in die Produkttests mit einbezogen werden.

“Nicht an Tieren getestet”

Immer wieder ist in der Werbung zu vernehmen, dass bestimmte Kosmetika nicht an Tieren getestet wurden. Für die Verbesserung und Herstellung des Produkts mussten keine Tiere leiden. Tierversuche sind in der EU nämlich verboten. Wenn nun also der Spruch “Nicht an Tieren getestet” auf einem Produkt zu finden ist, dann kaufen die Kunden diese Kosmetikartikel mit gutem Gewissen. Leider stecken hinter den Slogans oft böse Täuschungen. Jeder neue chemische Stoff wird zunächst einmal an Tieren getestet, so dass vor dem Verkauf der Kosmetika unzählige Tiere ihr Leben verloren. Doch warum führen die Hersteller Tierversuche überhaupt durch? Vor der Verwendung von chemischen Rohstoffen, müssen diese getestet werden. Dadurch sollen Risiken für den Menschen ausgeschlossen und mögliche Klagen verhindert werden. Zwar müssen neue chemische Stoffe laut Gesetzt erst getestet werden, es ist aber nicht festgelegt, dass diese Versuche an Tieren durchgeführt werden müssen.

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