Was viele nicht wissen: Auch Wasser kann verderben

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Legionellen können sich bei Wassertemperaturen von ungefähr 25 bis 50 Grad vermehren.
Legionellen können sich bei Wassertemperaturen von ungefähr 25 bis 50 Grad vermehren. - © Bilderbox
60 Prozent der Österreicher wissen nicht, dass Wasser verderben kann. Das brachte eine von marketagent.com im Auftrag des Forums Trinkwasserhygiene durchgeführte Umfrage zutage. Das Ergebnis und den von der Vereinigung ausgerufenen Trinkwassertag am 23. Juni nahmen die Fachleute zum Anlass, auf mögliche Gefahren durch verkeimtes Wasser hinzuweisen.

Bei 160 Menschen wird laut offiziellen Zahlen in Österreich jedes Jahr die sogenannte Legionärskrankheit diagnostiziert, einer durch das Einatmen von feinsten Wassertröpfchen mit Legionellen hervorgerufenen Lungenentzündung.

Legionellen können sich in warmem Wasser ausbreiten

In ungefähr jedem zehnten Fall verläuft die Erkrankung tödlich. “Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher”, sagte Alexander Blacky, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien unter Berufung auf deutsche Studien. Legionellen können sich bei Wassertemperaturen von ungefähr 25 bis 50 Grad vermehren. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Wassertemperatur und stehendes Wasser stellen eine potenzielle Gefahrenquelle für Verkeimungen dar, ebenso Installationen, die nicht in ausreichenden Intervallen gewartet werden. “Das Nutzerverhalten ist entscheidend”, betonte Herbert Wimberger, Präsident des Forums Wasserhygiene und Gründer eines Unternehmens für Sanitärprodukte. Es würden immer häufiger Verkeimungen in Kaltwasser festgestellt, und zwar aufgrund von Stagnation, das heißt, nicht ausreichender Wasserentnahme.

Diese Probleme sind buchstäblich hausgemacht. Die Wasserversorger unterliegen strengsten behördlichen Kontrollen und liefern Wasser in bester Qualität – haben aber keinen Einfluss darauf, was in Gebäuden geschieht, erklärte Franz Dinhobl, Vizepräsident der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) und technischer Geschäftsführer des niederösterreichischen Versorgers EVN Wasser.

Hygieneproblem in den Wasserleitungen

Das Forum Wasserhygiene hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Bewusstsein zu schaffen für die Eigenverantwortung von Hausbesitzern und Mietern sowie Möglichkeiten, die Trinkwasserqualität zu bewahren. Dazu gehören einfach Maßnahmen wie regelmäßige Wasserentnahme bzw. das Freispülen der Leitungen nach 24 Stunden Abwesenheit. Kaltwasser sollte maximal 20 Grad, Warmwasser mindestens 55 Grad haben. Außerdem empfiehlt es sich Installationen regelmäßig warten zu lassen und Brauseschläuche und Duschköpfe regelmäßig zu tauschen oder zu reinigen, so die Fachleute.

Mit dem Wissen der Menschen ist es nach Ansicht der Experten nicht allzugut bestellt: Zwei Drittel kümmern sich laut der Online-Umfrage nicht um die Wartung ihrer Trinkwasserinstallationen. Etwa ebenso viele führen schlechte Trinkwasserqualität allein auf veraltete Leitungen – Bleirohre – zurück. Zwei Drittel des in Österreich getrunkenen Wassers kommen aus der Leitung.

(APA)

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