Wasserpfeifen sollen auch trotz Rauchverbots weiter dampfen

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In anderen Ländern gehören Shisha-Bars zum Alltag.
In anderen Ländern gehören Shisha-Bars zum Alltag. - © APA/Herbert Neubauer
Eine Sonderregelung für das ab 1. Mai 2018 geltende Rauchverbot in der Gastronomie soll für die rund 500 Shisha-Lokale gelten. Das haben Gewerkschaft vida, Wirtschaftskammer (WKÖ) und der Shisha-Verband gefordert. 10.000 Arbeitsplätze wären sonst in Gefahr. “Österreich ist Europas einziges Land, wo das Gesetz so dramatisch umgesetzt worden ist”, sagte Verbands-Vorsitzender Jakob Baran am Mittwoch.

Baran argumentierte, dass die Kunden ja schließlich in die Lokale kämen, weil sie Shisha-Dampfen wollten und dass Minderjährige ohnehin keinen Zutritt hätten. “Es geht hier um Menschen, die nicht wissen, ob sie im Mai noch einen Arbeitsplatz haben.” sagte Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida. Er betonte aber auch, dass Arbeitnehmerschutz und Gesundheit im Mittelpunkt stehen würden. Es gelte daher, am Rauchverbot festzuhalten, aber mit Ausnahmeregelungen. Das Rechtsverhältnis sei ohnehin unklar, sagte Tusch unter Hinweis auf die Tatsache, dass in Hotels auch ab 1. Mai weiter Raucherräume betrieben werden dürfen. Eine Bedingung für eine etwaige Ausnahme seien jedoch Abluftsysteme, die jährlich zu überprüfen seien.

Shisha-Rauchen als Geschäftsmodell

Arbeitnehmervertreterin Sharzad Fathi wies darauf hin, dass die Shisha europaweit in jedem Land erlaubt sei. “Shisha-Dampfen ist eine eigene Kultur geworden”, sagte sie. Man sei zu Unrecht im Tabakgesetz gelandet. Peter Dobcak, WKÖ-Fachgruppen-Obmann der Gastronomie, betonte zuerst einmal, dass alle neun Fachverbandsobleute die jetzige Regelung beim Tabakgesetz beibehalten wollen, aber “was auch kommt”, die Wasserpfeifen in den Shisha-Lokalen sollen weiter dampfen dürfen, 500 Betriebe seien sonst weg. “Shisha-Rauchen ist ein Geschäftsmodell”, sagte Dobcak.

Gegen jede Ausnahme ist indes die “Initiative für einen gesunden Wettbewerb in der Gastronomie”. “Warum sollen unsere Betriebe rauchfrei werden, wenn daneben in einem Shisha-Lokal Tabakpfeifen konsumiert werden dürfen?”, sagte deren Sprecher Peter Tappler laut einer Aussendung. Wenn es eine Ausnahme für Shisha-Betriebe gebe, könnte dies zu einer Klagsflut samt Aufhebung des Gesetzes führen.

Allein in Wien 250 Shisha-Bars

Auch die Wiener NEOS sind dafür, dass in Shisha-Lokalen weiterhin geraucht werden darf. “Shisha-Bars sind ein Teil der Wiener Jugend- und Ausgehkultur, gerade auch für Menschen mit Migrationshintergrund”, sagte NEOS-Jugendsprecher Christoph Wiederkehr am Mittwoch. 250 solcher Lokale würden in Wien existieren. Sie seien durch ein generelles Rauchverbot in ihrer Existenz bedroht, hieß es.

“Es geht nicht um ein generelles Infragestellen des Rauchverbots, sondern um eine Ausnahme für Lokale, die eben auf den Konsum für Wasserpfeifen spezialisiert sind”, betonte Wiederkehr: “Damit kann ein wachsender Teil der Wiener Szenekultur weiter erhalten bleiben.” In Wien hatte zuletzt auch die FPÖ auf die Situation der Shisha-Betriebe verwiesen – jedoch gefordert, dass die derzeit geltende Regelung in Sachen Rauchen generell erhalten bleiben soll.

(APA)

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