Weiterer Fall von Vogelgrippe in Salzburg entdeckt

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Bei einer Möwe wurde eine Infektion mit H5N8 bestätigt.
Bei einer Möwe wurde eine Infektion mit H5N8 bestätigt. - © Land Salzburg
Bei einer Lachmöwe, die am Salzachufer in der Nähe der Eisenbahnbrücke in der Stadt Salzburg verendet aufgefunden wurde und vom Veterinäramt des Magistrates der Stadt Salzburg der Landesveterinärdirektion zur Untersuchung eingesendet wurde, wurde von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Infektion mit H5N8 bestätigt.

Das ist damit bisher im Land Salzburg der zweite bestätigte Fall nach einer verendeten Tafelente am Südufer des Grabensees in der Gemeinde Mattsee, die ebenfalls mit dem H5N8-Virus infiziert war.

Virus wird nicht auf Menschen übertragen

“Dass der gefundene Virusstamm H5N8, auch als Geflügelpest oder Vogelgrippe bezeichnet, auf Menschen übertragen wird, ist bisher auszuschließen”, so Landesveterinärdirektor Josef Schöchl heute, Dienstag, 6. Dezember.

In vielen Regionen Europas und vor allem auch im benachbarten Bayern wurde bereits das Auftreten des H5N8-Virus gemeldet. Die aktuell gehäufte Feststellung dieser Erkrankung dürfte mit dem Zug von Wildvögeln in Richtung Süden zu tun haben.

Risikogebiet in Salzburg erweitert

Aufgrund dieser Seuchenlage wurden die Gemeinden entlang der Flüsse und im Seengebiet in Salzburg, Oberösterreich und auch der Steiermark durch das Gesundheitsministerium zu Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko erklärt. Zusätzlich zu den bereits betroffenen Gebieten kommt nun auch die Stadt Salzburg und die bisher vom Risikogebiet nicht umfassten Flachgauer Gemeinden Hallwang, Koppl, Plainfeld, Elsbethen, Ebenau, Anif, Grödig, Großgmain und Wals-Siezenheim dazu.

Somit sind der gesamte Flachgau und die Stadt Salzburg Risikogebiet.

Ansteckung bestmöglich verhindern: Die Maßnahmen

  • Ziel aller Maßnahmen ist es, eine Ansteckung des hochempfänglichen Hausgeflügels durch Wildvögel bestmöglich zu verhindern. Innerhalb der Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko gelten folgende Maßnahmen nach der Geflügelpest-Verordnung:
  • Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel müssen dauerhaft in Stallungen untergebracht sein, jedenfalls in geschlossenen Haltungsvorrichtungen, die zumindest oben abgedeckt sind, sodass der Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot jedenfalls ausgeschlossen ist.
  • Die Tränkung der Tiere darf nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser erfolgen.
  • Die Reinigung und Desinfektion der Beförderungsmittel, Ladeplätze und Gerätschaften muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen.
  • Außerdem müssen Betriebe der Behörde unverzüglich mitteilen, wenn Geflügelherden die Futter- und Wasseraufnahme reduzieren, die Legeleistung zurückgeht oder eine erhöhte Sterblichkeit der Tiere beobachtet wird.
  • Es besteht eine Meldepflicht für Veranstaltungen mit Geflügel und anderen Vögeln.

Diese Bestimmungen betreffen alle geflügelhaltenden Betriebe und Personen in Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko, egal ob die Haltung kommerzieller oder privater Natur ist.

Alle Geflügelhalter, insbesondere in der Nähe von Freigewässern, werden auf diese erhöhte Gefahrenlage hingewiesen. Es wird dringend die Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen empfohlen. Verendet aufgefundene Wasser- und Greifvögel sollen an Ost und Stelle belassen werden. Der Fundort ist aber bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder im Büro der Amtstierärztin beziehungsweise des Amtstierarztes zu melden.

Bisher bekannte Vogelgrippe-Fälle in Österreich

In Österreich war bisher ein Betrieb in Vorarlberg betroffen, wo auch Puten gekeult werden mussten. Daneben wurden zusätzlich zum aktuellen Fall bisher 20 tote Wildvögel im Bodenseegebiet, eine Tafelente am Salzburger Grabensee und eine Möwe, die verendet an der Traunsee-Esplanade in Gmunden gefunden wurde, positiv auf das Vogelgrippevirus H5N8 getestet.

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