Hunderte Nachbeben in Neuseeland

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Menschen übernachteten im Freien
Menschen übernachteten im Freien - © APA (AFP)
Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 ist Neuseeland am Montag nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere hundert Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 6,0 erschütterten das Land, während die Rettungsarbeiten durch starke Niederschläge behindert wurden. Das Beben in der Nacht zum Montag war das zweitschwerste in der Geschichte des Landes, mindestens zwei Menschen wurden getötet.

In Neuseeland ist das schwere Erdbeben der Stärke 6,3 von 2011 noch in wacher Erinnerung, bei dem 185 Menschen ums Leben kamen. Experten wiesen am Montag aber darauf hin, dass das Epizentrum auf der Südinsel des Landes diesmal 23 Kilometer unter der Erdoberfläche lag – wodurch die Ausbreitung der Erdstöße gedämpft wurde. Zudem lag das Zentrum des aktuellen Bebens recht weit von den städtischen Zentren Neuseelands entfernt.

Premierminister John Key machte sich bei einem Hubschrauberflug in der Umgebung von Kaikoura ein Bild von der Lage. Vielerorts waren Schäden durch Erdrutsche zu erkennen. Die Zufahrtstraßen zu dem Ort waren durch derartige Erdrutsche blockiert. Ein Todesfall wurde nach einem Gebäudeeinsturz in Kaikoura gemeldet, ein zweiter aus dem Gebiet nördlich von Christchurch.

Katastrophenschutz-Minister Gerry Brownlee zeigte sich zuversichtlich, dass die Opferbilanz nicht steigen werde. “Wenn es schwere Verletzungen oder gar Todesfälle gegeben hätte, wären wir darüber informiert”, sagte Brownlee dem neuseeländischen Rundfunk. Key sprach davon, dass nach dem Beben monatelange Aufbauarbeiten erforderlich sein werden. Bei Kaikoura waren zerfetzte Bahnschienen zu sehen, viele Einwohner stellten Fotos ins Netz, auf denen aufgerissene Asphaltdecken zu sehen waren.

In Neuseeland sind Erdbeben keine Seltenheit. Der Inselstaat liegt auf dem pazifischen Feuerring, wo mehrere Kontinentalplatten zusammentreffen. In dem Gebiet ereignen sich jährlich bis zu 15.000 Erdstöße.

Im September hatte ein Erdbeben der Stärke 7,1 an der Ostküste Neuseelands einen kleinen Tsunami ausgelöst, bei dem es aber nicht zu größeren Schäden kam.

(APA/ag.)

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