Weltweit hungern 815 Millionen Menschen

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Krieg ist der größte Treiber von Hungersnöten
Krieg ist der größte Treiber von Hungersnöten - © APA (AFP/cds)
Die Welthungerhilfe sieht Erfolge bei der Bekämpfung des Hungers durch Kriege und Folgen des Klimawandels gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt der am Donnerstag vorgestellte neue Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 119 Ländern darstellt. Die Anzahl der hungernden Menschen in der Welt bleibe trotz einiger Fortschritte unerträglich hoch. Sie sei auf 815 Millionen Menschen gestiegen.

Dem Bericht zufolge sind “bewaffnete Konflikte weiterhin die größten Hungertreiber”. Trotz der langfristigen Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers litten immer noch zu viele Menschen unter chronischem Hunger. In Ländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen drohten derzeit sogar Hungersnöte. Das Schlusslicht im Index bildet die Zentralafrikanische Republik, wo es seit 2000 keine Verbesserung gab. Mehr als die Hälfte aller Hungernden leben dem Bericht zufolge in Ländern mit kriegerischen Auseinandersetzungen. Konflikte und Klimawandel träfen die Ärmsten der Armen am stärksten. Die Menschen müssten “besser für Extremsituationen wie Naturkatastrophen gewappnet” sein.

Chaos in Krisenregionen

Zugleich seien für viele Krisenregionen wie Syrien oder Jemen “politische Lösungen” erforderlich. Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, erklärte, nur durch verstärkte Anstrengungen könne die Verpflichtung, den Hunger bis 2030 zu besiegen, eingelöst werden. Laut Welthunger-Index 2017 haben sich in 14 Staaten die Werte im Vergleich zum Jahr 2000 um mindestens 50 Prozent verbessert. Dazu gehören unter anderen der Senegal, Brasilien und Peru. In den Regionen Südasien und Afrika südlich der Sahara leiden dem Index zufolge am meisten Menschen unter Hunger. In acht Ländern wie dem Tschad oder Sierra Leone sei die Lage “gravierend oder sehr ernst”.

Ungleichheit führt zu Hungerkrise

Ungleichheit spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Besonders marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Frauen, ethnische Minderheiten oder Kleinbauern seien durch ihre rechtliche, soziale und wirtschaftliche Benachteiligung besonders vom Hunger bedroht. Nach den Worten von Klaus von Grebmer vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) in Washington könnten Regierungen, die “klare Prioritäten im Kampf gegen den Hunger setzen und diese auch durchsetzen und dabei die Benachteiligten im eigenen Land mit einbeziehen”, große Fortschritte im Kampf gegen den Hunger erzielen.

(APA/ag)

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