Wer steckt hinter “Die wahre Religion” und “Lies”?

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Mit der Aktion "Lies" werden Korane verteilt.
Mit der Aktion "Lies" werden Korane verteilt. - © APA/AFP/Archiv
Seit Jahren sorgt die islamistische Vereinigung “Die wahre Religion” für Schlagzeilen in Deutschland – vor allem mit Koran-Verteilaktionen. Erklärtes Ziel der Kampagne unter dem Namen “Lies!” ist es, jedem Haushalt in Deutschland eine Koran-Übersetzung zur Verfügung zu stellen. Laut dem Gründer, dem Palästinenser Ibrahim Abou-Nagie, wurden bis Mitte 2016 rund 3,5 Millionen Exemplare verteilt.


Doch für den deutschen Verfassungsschutz ist die Koran-Verteilung in Fußgängerzonen nur Fassade, um für eine verfassungsfeindliche Ideologie zu werben.

Verfassungsschutz beobachtet Koranverteilungen in Österreich

Auch in Österreich werden die Aktivitäten des Vereins von den Verfassungsschützern “aufmerksam beobachtet”, wie Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck der APA auf Anfrage bestätigte. Etwa fanden in Salzburg am Hauptbahnhof Verteilungen statt. Anhaltspunkte für strafbare Handlungen habe es bei den umstrittenen Verteilaktionen bisher aber noch nicht gegeben.

“Die wahre Religion” rekrutiert Jihadisten

Die deutschen Behörden sehen in “Die wahre Religion” eine Gruppe, die zur Rekrutierung jihadistischer Islamisten beiträgt. Führende Akteure, Unterstützer und Aktivisten glorifizierten Terroranschläge und stünden der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe. Teilnehmer seien bereits zur Beteiligung am Jihad, dem “Heiligen Krieg”, nach Syrien oder in den Irak gereist. Dem Salafisten-Netzwerk sollen mehrere hundert Personen angehören.

Das Predigernetzwerk wurde laut den Behörden 2005 gegründet und konzentrierte sich zunächst auf Vorträge und Seminare, bevor es mit den Koran-Verteilaktionen mehr Aufmerksamkeit erlangte. Netzwerkgründer und Laienprediger Abou-Nagie wurde in Köln im Februar verurteilt – allerdings wegen gewerbsmäßigen Betrugs.

Zuletzt forderte der nordrhein-westfälische Landtag alle staatlichen Institutionen auf, die Aktivitäten des Netzwerks unverzüglich zu unterbinden. Ein Vereinsverbot liege allerdings in der Zuständigkeit des deutschen Innenministers, befand der NRW-Landtag noch im Oktober.

(APA)

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