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1. November 2012 16:10; Akt.: 1.11.2012 16:10

Werfenweng setzt auf Biomasse

Baustellenbesichtigung Heizhaus Ortswärme Werfenweng - v.l.n.r.: Otto Oberascher, Bgm. Peter Brandauer, Landesrat Sepp Eisl, Alois Lottermoser und Zimmerer Peter Lottermoser. Baustellenbesichtigung Heizhaus Ortswärme Werfenweng - v.l.n.r.: Otto Oberascher, Bgm. Peter Brandauer, Landesrat Sepp Eisl, Alois Lottermoser und Zimmerer Peter Lottermoser. - © LPB/LMZ/Neumayr/MMV
Der Tourismusort Werfenweng im Salzburger Pongau geht nun auch im Bereich der ganzjährigen Wärmeenergieversorgung vorbildliche Wege.

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Im Gemeindegebiet hat die Ortswärme Werfenweng GmbH ein Biomasseheizwerk errichtet, das mit überwiegend regionalem Waldhackgut betrieben werden wird. Kürzlich konnte, gemeinsam mit Energiereferent Landesrat Sepp Eisl mit der Fertigstellung der Überdachung des Heizhauses und der Lagerhalle ein großer Meilenstein gefeiert werden. Sämtliche Arbeiten der technischen Ausrüstung liegen im Zeitplan und schon ab Mitte November 2012 wird das 50. Projekt des nahwaerme.at-Netzwerkes seinen Betrieb aufnehmen.

Sanfte Mobilität und Umweltfreundlichkeit

Mit dem Slogan “Alle Zeit der Welt” zieht Werfenweng viele Touristen an, die das Konzept der sanften Mobilität und der Umweltfreundlichkeit sehr schätzen. Die Betreiber des neu errichteten Biomasseheizwerks, die Ortswärme Werfenweng GmbH, wollten sich aber nun keine Zeit mehr nehmen. Zwölf Jahre nach der Entscheidung, eine Ortswärmeversorgung umzusetzen und nach einigen gescheiterten Versuchen, ist es gemeinsam mit der Salzburger Landesfirma des Betreibernetzwerks nahwaerme.at endlich gelungen, die Vision von lokaler Wärmeenergieversorgung in die Tat umzusetzen. Von großer Bedeutung ist dabei der Bau des Travel Charme Bergresorts Werfenweng, das ein Schlüsselkunde für die Realisierung war.

“Derartige Biomasseanlagen sind für unser Land immens wichtig, denn dadurch bleibt die Wertschöpfung für unsere Energieversorgung in der Region und im Land Salzburg. Wir schaffen dadurch Arbeitsplätze, die Kunden können auf die umweltfreundliche Wärme vertrauen und unsere Land- und Forstwirte haben durch den Verkauf von Hackgut weitere Zukunftsperspektiven”, so Landesrat Eisl. “Gerade die Biomasse ist ein Salzburger Erfolgsprodukt. Die Biomasse-Kunden ersparen sich derzeit jährlich rund 22 Millionen Euro an Heizkosten. Wir investieren rund 1,8 Millionen Euro an Landes-Fördergeldern. Es gelingt uns zusätzlich auch jährlich rund fünf Millionen Euro an EU-Geldern nach Salzburg zu holen und die Wertschöpfung bleibt in der Region”, so der Energiereferent weiter. Dr. Peter Brandauer, Bürgermeister von Werfenweng: “Die Innovationen in unserem Ort sind hervorragend, dabei gilt der Dank auch der Bevölkerung für die Befürwortung des wichtigen Infrastrukturprojekts und für das Verständnis während der Bauphase.”

Regionale Genossenschaft führt die Geschäfte

Betreiber der Anlage ist die Ortswärme Werfenweng GmbH. An dieser Betreibergesellschaft werden 70 Prozent von der lokalen Nahwärme Werfenweng Genossenschaft gehalten. Die restlichen 30 Prozent hält die s.nahwaerme.at Energiecontracting GmbH, die Salzburger Landesfirma des bundesweit agierenden Betreibernetzwerks nahwaerme.at. Geschäftsführer Alois Lottermoser unterstreicht: “Dass wir nach so langer Zeit endlich in die konkrete Umsetzung gehen konnten, verdanken wir der Kooperation mit der s.nahwaerme.at. Das erfahrene Netzwerk hat uns als lokaler Betreiber in der Entwicklung und der Umsetzung des Heizwerkes professionell unterstützt. Aber auch die Unterstützung im Ort – hier vor allem durch unsere Kunden, die sich für einen Umstieg auf erneuerbare Energie entschieden haben – war für uns sehr wichtig.”

Technische Daten der Anlage

Das Kernstück des Heizwerks ist ein Biomassekessel mit einer Leistung von 1.900 kW. Darüber hinaus ist die Anlage mit einem Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 58m³ und einer Rauchgaskondensationsanlage ausgestattet. Die besondere Herausforderung war es, das Heizwerk auf engstem Raum und dennoch mit vielen technischen Raffinessen zu errichten. Dazu gehört eine Aschesiebanlage, welche die anfallende Asche aus der Verbrennung in feine und grobe Fraktionen trennt. Der Feinanteil wird durch die Landwirtschaft als Dünger ausgebracht, womit sich der ökologische Kreislauf wieder schließt. Die Hackgutmanipulation im Betrieb wird mit einem Kran erfolgen, der leiser operieren wird als ein Radlader.

Anschlussleistung:                              3.700 kW

Jahreswärmeabgabe:                         5.400 MWh

Kesselleistung:                                    1.900 kW

Trassenlänge:                                      ca. 1.800 m

Kundenanzahl (aktuell):                       27

“In der Pongauer Gemeinde Werfenweng wurde ein wichtiges Zeichen in Richtung Klimaschutz, regionaler Energieversorgung und regionaler Wertschöpfung gesetzt”, so Landesrat Eisl. Die definitive Inbetriebnahme wird Mitte November vorgenommen.



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