Wettbewerb für Mahnmal zur Bücherverbrennung am Residenzplatz

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Am Residenzplatz soll ein Mahnmal in Form eines Kubus entstehen.
Am Residenzplatz soll ein Mahnmal in Form eines Kubus entstehen. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Mit der Neugestaltung des Residenzplatzes soll dort ein Mahnmal für die Bücherverbrennung 1938 enstehen. Die Stadt Salzburg hat dafür nun einen internationalen Wettbewerb ausgeschrieben.

Am 30. April 2018 jährt sich ein finsteres Ereignis der Geschichte Salzburgs zum 80. Mal: Die vom Nationalsozialistischen Lehrerbund in Eigeninitiative organisierte und mit Unterstützung von Mitgliedern der HJ und des BdM inszenierte Bücherverbrennung auf dem Residenzplatz.

Gedenktafel an Michaeliskirche seit 2011

Rund 1.200 Bücher von politisch verfemten Autoren, darunter Heinrich Heine, Stefan Zweig und Else Lasker-Schüler, wurden auf einem Scheiterhaufen nördlich des Residenzbrunnens öffentlich vernichtet. Seit 2011 erinnert eine Gedenktafel an der Sankt-Michaels-Kirche an den barbarischen Akt. Im Zuge der Neugestaltung des Residenzplatzes kann nun auch das lange geplante Mahnmal realisiert werden.

Bürgermeister Heinz Schaden (ÖVP): „Wir beschäftigen uns jetzt seit fast einem Jahrzehnt mit der Zeit und den Auswirkungen des Nationalsozialismus in Salzburg. Die systematische Aufarbeitung mündete in ein umfassendes Forschungsprojekt des Stadtarchivs mit begleitenden Publikationen und Vorträgen. Zugleich braucht die Erinnerungskultur aber auch öffentlichen Raum, um beständig sichtbar zu sein.“

Wettbewerb bis 17. Februar 2017

Die Stadt Salzburg lädt nun mit einem internationalen offenen Wettbewerb bis 17. Februar 2017 zur Einreichung von künstlerischen Entwürfen für ein Mahnmal auf dem Residenzplatz ein. In Abstimmung mit der Gesamtgestaltung des Platzes soll das Kunstwerk im Innenraum eines 2,4 x 2,4 x 2,7 Meter messenden Kubus Platz finden, der in den Boden eingelassen wird und von oben einsichtig ist.

Inhaltlich ist sowohl die künstlerische Auseinandersetzung mit dem historischen Akt der Bücherverbrennung gefordert, als auch ein Bezug zum Residenzplatz zu berücksichtigen. Mit dem Mahnmal soll ein neuer Gedenkort im Kontext der bereits bestehenden Salzburger Erinnerungskultur geschaffen werden.

Künstlerische Auseinandersetzung wichtig für Erinnerungskultur

„Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Ereignissen der NS-Zeit bildet eine wichtige Ergänzung für die Erinnerungskultur in Salzburg, weil damit verschiedene Ebenen verarbeitet werden können und auch die Sichtweise der jeweiligen Generation ihren Ausdruck findet“, betont Ingrid Tröger-Gordon, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Salzburg. „Das lässt sich unter anderem am Euthanasie-Mahnmal im Kurgarten ablesen, am Mahnmal für die ermordeten Roma und Sinti am Ignaz-Rieder-Kai oder am Antifaschismus-Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz. Auch das Mahnmal auf dem Residenzplatz soll ortsspezifisch die Bücherverbrennung von 1938 thematisieren, zugleich aber auch ein zeitgenössisches Statement zur Thematik der Erinnerungskultur sein.“

Daten & Fakten – Wettbewerbsverfahren

Ausloberin des offenen internationalen Realisierungswettbewerbs ist die Stadt Salzburg; die Abteilung 2 – Kultur, Bildung und Wissen fungiert als ausschreibende Stelle und übernimmt die Wettbewerbsbetreuung. Eine unabhängige Jury (Mitglieder des Kunstbeirates) bewertet die anonymisierten Einreichungen und wählt anhand eines Kriterienkatalogs die sechs besten Vorschläge aus, die mit jeweils 2.500 Euro prämiert werden.

In der folgenden Verhandlungsrunde werden diese sechs Einreichkonzepte zu definitiven Entwürfen ausgearbeitet. Aus diesen wählt die Jury den besten Entwurf aus und beauftragt den Gewinner mit der Umsetzung des Mahnmals. Das maximale Gesamtkostenvolumen (Herstellung und Honorar) beträgt 200.000 Euro.

Einreichung

Offener Wettbewerb „Mahnmal Bücherverbrennung“
Einreichungen bis einschließlich 17. Februar 2017, 12 Uhr (eintreffend)
Anfragen zur Auslobung bis 3. Februar 2017, 12 Uhr
Abgabestelle: MA 2 – Kultur, Bildung und Wissen, Mozartplatz 5, (Zimmer 14), A-5024 Salzburg

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