Wettersturz in Österreich

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Starkregen über der Stadt Salzburg
Starkregen über der Stadt Salzburg
Zu einem Wettersturz mit Sturmböen von stellenweise über 100 Stundenkilometern und Starkregen ist es in der Nacht auf Mittwoch in ganz Österreich gekommen, als Sturmtief “Gonzalo” durchs Land zog. Die Kaltfront zog von Westen her über das Bundesgebiet. Die Feuerwehren waren hauptsächlich damit beschäftigt umgestürzte Bäume zu entfernen.

In Niederösterreich verzeichneten die Feuerwehren bis in die Morgenstunden etwa 150 Einsätze. 550 Helfer waren laut Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos in Tulln, aufgeboten.

Niederösterreich stark betroffen

Größeren Schaden gab es in Möllersdorf in der Gemeinde Traiskirchen (Bezirk Baden). Das Dach eines Laufhauses war abgedeckt, über die B17 und die Gleise der Wiener Lokalbahnen und letztlich gegen ein Reihenhaus geschleudert worden. Die meiste Arbeit hatten die Hilfsmannschaften laut Resperger in den Bezirken Amstetten, St. Pölten, Melk und Scheibbs. Sturmeinsätze gab es überdies in den Bezirken Mödling, Neunkirchen und Wien-Umgebung. Die Schäden hielten sich dem Sprecher zufolge in Grenzen, verletzt wurde niemand.

 

Sturmschäden in St. Georgen in Niederösterreich./APA/FF ST. GEORGEN/unbekannt Sturmschäden in St. Georgen in Niederösterreich./APA/FF ST. GEORGEN ©

485 Einsätze in Oberösterreich

Eine arbeitsreiche Nacht haben die Feuerwehren in Oberösterreich hinter sich: 185 Einheiten mit gut 2.300 Helfern wurden zu insgesamt 485 Einsätzen gerufen. Gegen 22.00 Uhr wurden die ersten Schäden im Innviertel gemeldet, von da an gingen bis 2 Uhr nahezu pausenlos irgendwo im Land die Sirenen. Bäume knickten um, blockierten Straßen und beschädigten Stromleitungen. Laut Energie AG waren knapp 20.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. Etliche Häuser wurden abgedeckt und Bäume umgerissen. Kaum ein Landesteil wurde verschont. Nach vorläufigen Meldungen gab es zumindest einen Verletzten. Der Hinterburg-Tunnel auf der Pyhrnautobahn (A9) war in der Nacht zwei Stunden lang wegen eines witterungsbedingten Stromausfalls gesperrt. Ansonsten gab es laut Asfinag nur kleinere Behinderungen durch umgestürzte Bäume, aber keine größeren Probleme oder Sperren. Weitere Infos zur Lage in Oberösterreich gibt es HIER.

Mehr als 100 Einsätze in Salzburg

Auch das Bundesland Salzburg war vom Sturm in der Nacht auf Mittwoch betroffen. Böen mit bis zu 100 km/h rissen zahlreiche Bäume um. In mehreren Teilen des Bundeslandes kam es zu Stromausfällen, im Pinzgau wurden zwei Häuser abgedeckt und im Flachgau stürzte ein Gerüst um. Das Landesfeuerwehrkommando verzeichnete während der Nacht 106 Einsätze wegen Sturmschäden. Einen ausführlichen Bericht zur Lage in Salzburg gibt es HIER.

Felsstürze in Tirol

Massive Behinderungen, Beschädigungen, Felsstürze sowie Stromausfällen gab es auch in Tirol. Vor allem in den Bezirken des Tiroler Unterlands verzeichneten die Feuerwehren zahlreiche Einsätze. 30.000 Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom. Personen kamen nicht zu Schaden. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht seien vor allem die Bezirke Kufstein und Schwaz von den Stromausfällen betroffen gewesen, sagte Klaus Schüller von der “Tinetz-Stromnetz Tirol AG” der APA. Um 2 Uhr nachts waren noch 1.000 Haushalte ohne Strom. Mittwochfrüh verzeichnete die Tinetz nur mehr 250 Haushalte im Bezirk Kufstein ohne Strom, teilte Schüller mit. Zahlreiche Stromleitungen waren durch abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume beschädigt worden. Auch etliche Straßenzüge waren nach Angaben der Polizei zeitweise unbefahrbar. So musste etwa die Inntalautobahn zwischen Wattens und Wörgl kurzzeitig gesperrt werden. In Silz im Tiroler Oberland stürzte ein Baum auf ein Haus. Die Stubaitalbahn konnte Mittwochfrüh zwischen Fulpmes und Kreith nicht verkehren.

 

"Gonzalo" wütete auch in der Steiermark./APA/BFV LIEZEN/CHRISTOPH SCHLÜSSLMAYR “Gonzalo” wütete auch in der Steiermark./APA/BFV LIEZEN/CHRISTOPH SCHLÜSSLMAYR ©

Feuerwehreinsätze auch im Burgenland

Im Burgenland haben der starke Regen und der Sturm für einige Feuerwehreinsätze gesorgt. Sowohl im Norden, etwa in Parndorf und Neusiedl am See sowie in Bad Sauerbrunn, als auch im Landessüden, in Markt Allhau, Unterwart bis nach Kalch, rückten die Einsatzkräfte aus, so eine Sprecherin der Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) zur APA.

Bäume in Vorarlberg entwurzelt

Das Sturmtief “Gonzalo” hat in der Nacht auf Mittwoch in Vorarlberg zahlreiche Bäume entwurzelt, Häuser abgedeckt und Straßen unpassierbar gemacht. Insgesamt war die Feuerwehr 122 Mal im Einsatz und das seien nur jene Fahrten, die über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle beauftragt wurden, sagte Feuerwehreinsatzleiter Dietmar Pfanner gegenüber der APA. Die meisten Einsätze seien im Rheintal und im Bregenzerwald zu verzeichnen gewesen, im Montafon und am Arlberg gab es hingegen nur je einmal Alarm. “Das Gute”, so Pfanner, “es gab nur Sachschäden.” Am häufigsten waren die Feuerwehrleute in der Nacht damit beschäftigt, Straßen zu räumen, die entwurzelte Bäume verlegt hatten. Unter anderem in Schruns (Bezirk Bludenz) und Doren (Bregenzerwald) waren Bäume auf Häuser gestürzt und hatten beträchtlichen Schaden angerichtet. Zudem hatten die heftigen Sturmböen Hausdächer abgedeckt. Größere Stromausfälle wie in Tirol hat es in Vorarlberg nicht gegeben.

Sturm wütete auch in den Nachbarländer

Auch in den Nachbarländern verursachte die Unwetterfront vielerorts Verkehrsbehinderungen. Umgestürzte Bäume und Gegenstände auf der Fahrbahn störten in der Schweiz den Straßen- und Schienenverkehr. Ähnliche Probleme gab es in Bayern.

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