Wie entstehen Pigmentflecken?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen.
Die Haut ist das größte Organ des Menschen. - © Bilderbox
Pigmentstörungen sind eine harmlose, normale, aber optisch unschöne Hauterscheinung. Doch woher kommen die braunen oder weißen Flecken, die gerne im Gesicht auftreten – und was lässt sich gegen sie unternehmen? Alles rund um Pigmentstörungen und was sich dagegen tun lässt, zeigen wir euch hier.

Ein Pigmentfleck entsteht, wenn die Hautfärbung gestört wird. Er zeigt sich als klar umrissene, dauerhafte Färbung der Haut, die vom normalen Ton abweicht. An diesen Stellen befindet sich mehr Melanin, der natürliche Hautfarbstoff. Unter den Pigmentstörungen gibt es Altersflecken, die Weißfleckenkrankeit (Vitiligo) und Albinismus, bei der Haut und Haare gelb-weiß sind. Weniger auffällig sind Sommersprossen, auch als Ephelides bekannt. Sie entstehen durch die Sonneneinstrahlung im Gesicht, aber auch an Dekolleté und Armen. Rothaarige und blonde Menschen sind eher betroffen, da sie meist auch die hellere Haut haben. Sommersprossen verblassen im Winter wieder von allein.

Warum entstehen Pigmentstörungen?

Die menschliche Haut ist das größte Organ seines Körpers – und ein sehr komplexes. Beeinflusst wird sie bereits durch UV-Strahlung, die es nicht nur im Sommer gibt. Das wirkt sich auf die melaninbildenden Zellen aus und kann zu Pigmentstörungen führen. Eine Sonderform, die Chloasmen, sind rein hormonell bedingt und treten beispielsweise in der Schwangerschaft auf, weshalb Frauen auch eher betroffen sind. Um gar nicht erst mit Pigmentstörungen konfrontiert zu werden, empfiehlt sich als wichtigste Vorbeugungsmethode Sonnencreme. Viele Kosmetik-Hersteller erforschen das Thema und haben Produkte entwickelt, die verfärbte Stellen der Haut “entfärben” sollen – die neuesten Produkte haben es in unsere Galerie geschafft.

Melanin – der Farbstoff der Haut

Melanin ist ein körpereigenes Pigment, das über Haut-, Haar- und Augenfarbe entscheidet. Vor allem aber schützt Melanin die Haut vor UV-Strahlen und auch vor Hitze. Dazu wird es natürlich bei Sonnenlicht vermehrt gebildet, um dieser wichtigen Aufgabe nachzukommen, weshalb sich die Haut auch bräunt. Gefährlich ist dabei das ultraviolette Licht, denn dieses führt zum Abbau des schützenden Melanins. Es bleibt nur noch in den Pigmentflecken übrig. Die Pigmentstörungen tritt also dann auf, wenn Melanin entweder an einer Stelle übermäßig oder eben gar nicht mehr produziert wird. Bei heller Verfärbung spricht man von Depigmentierung, die Hyperpigmentierung bezeichnet einen dunklen Fleck. Manchmal sind Verschiebungen des Melanins in der Haut auch genetisch bedingt, wie etwa bei der Weißfleckenkrankheit. Dagegen lässt sich leider wenig unternehmen. Die meisten Pigmentstörungen lassen sich allerdings auf Sonneneinstrahlung oder Solariumslicht, bestimmte Bestandteile von Kosmetika oder Medikamente sowie auf hormonelle Einflüsse zurückführen.

Hyperpigmentierung – Fleckenbildung der Haut

Die Hyperpigmentierung ist auch als Chloasma bekannt und beschreibt die verstärkte Pigmentbildung in der Haut. Sie tritt stellenweise oder am ganzen Körper auf und kann entweder durch die eigenen Pigmente des Körpers wie Melanin oder Karotin entstehen, aber auch als Reaktion auf externe Farbstoffe. Der häufig im Tattoo enthaltene Kohlenstoff kann beispielsweise zur Hyperpigmentierung führen. Normalerweise tritt bei Hyperpigmentierung eine Braunfärbung der Haut auf, Hauptursache ist nach wie vor das Sonnenlicht.

Pigmentstörungen durch die Pille?

Laut aktuellen Untersuchungen leiden rund 30 Prozent der Frauen, die auf die Pille vertrauen, auch an Pigmentstörungen. Sonnenlicht ist nicht schwer zu finden, doch wenn dann auch noch Hormone ins Spiel kommen, wird die Pigmentproduktion der Haut umso mehr angeregt und es kann lokal sehr schnell zur Bildung unschöner Flecken kommen. Mit dem Absetzen der Pille verschwindet auch dieser Zusammenhang – wer also ohnehin an Unverträglichkeiten leidet oder aus anderen Gründen nicht mehr hormonell verhüten will, nimmt diesen angenehmen Vorteil gleich mit. Sollte es schon zu schweren Pigmentstörungen gekommen sein, hilft eine Schälkur der Haut mit starker Vitamin-A-Säure, die innerhalb von neun Monaten die entstandenen Pigmentflecken einfach abschält. Da die Wirkung allerdings so stark ist, sollte dies nur unter Aufsicht eines Arztes erwogen werden. In der Schwangerschaft ist es natürlich schwierig, Pigmentflecken zu vermeiden, denn auch hier ist das Risiko erhöht. Beim Verlassen des Hauses sollte daher eine wirksame Schicht Sonnencreme dort aufgetragen werden, wo Pigmentstörungen unerwünscht sind.

Wie verschwinden Pigmentflecken wieder?

Genetisch bedingte Pigmentflecken sind die einzige Art, gegen die der Hautarzt wenig ausrichten kann – bei allen anderen führt der erste Weg zu ihm. Er kann die Art der Pigmentstörungen feststellen und auch untersuchen, ob es sich womöglich um etwas anderes wie Pilzbefall handelt. Dies könnte bei weißen Flecken der Fall sein. Vor diesem Termin sollten Sonnenbäder eher vermieden werden, da das die Pigmentproduktion nur weiter ankurbelt. Vermutlich wird der Arzt zur dauerhaften Entfernung eine Laserbehandlung vorschlagen. Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie und Leiter der S-Thetic Gruppe mit zehn Schönheitskliniken in ganz Deutschland, setzt dabei bei kleinen Pigmentstörungen gerne den Fraxel Laser ein. “Er geht durch die oberste Hautschicht und dringt in die Dermis darunter vor, um dort tausende von winzigen, mikroskopischen, vertikalen Licht-Säulen zu bilden, die thermische Änderungen verursachen. Das stimuliert den Heilungsprozess, frisches Collagen wird produziert und die behandelten Hautzellen werden schuppend abgestoßen um den jungen Hautzellen Platz zu machen.” Ein netter Nebeneffekt: Bei der Anwendung verschwinden nicht nur die unschönen Pigmentflecken, auch grobe Poren werden dabei verfeinert.

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