Wie gefährlich ist der Wolf für uns?

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Wolfsexperte Kurt Kotrschal klärt über den Wolf auf.
Wolfsexperte Kurt Kotrschal klärt über den Wolf auf. - © APA/Bernd Thissen/SALZBURG24
Im Bundesland Salzburg sorgten zuletzt zwei mutmaßliche Wolfsattacken für Aufruhr. Wieso der Wolf nach Österreich zurückkehrt, was er frisst und wie gefährlich der Wolf für den Menschen ist, erklärt Wolfsexperte Kurt Kotrschal im Gespräch mit SALZBURG24.




In den zwei Pongauer Ortschaften Tenneck und Pfarrwerfen wurden Schafe gerissen. Mutmaßlich waren die Angreifer Wölfe. “Die Wölfe kommen zurück, daran besteht kein Zweifel“, bestätigt auch Wolfsexperte Kurt Kotrschal vom Wolf Science Center im Gespräch mit SALZBURG24. Derzeit leben rund 20 Wölfe in Österreich. Sie alle sind Teil des bislang einzigen Wolfsrudels im Land, das sich beim Truppenübungsplatz Allentsteig in Niederösterreich niedergelassen hat.

Wolf in Österreich auf Suche nach Partnern

Jene Wölfe, die sich derzeit möglicherweise im Bundesland Salzburg aufhalten, nennt Kotrschal “Durchzugswölfe“. Immer wieder streifen Raubtiere aus Italien, der Schweiz oder vom Balkan kommend durch Österreich. “Sie sind auf der Suche nach Partnern“, erklärt der Experte. Daher sei auch nicht abzuschätzen, wie lange ein Wolf in einem bestimmten Gebiet bleibt. Findet er keine Partner, zieht er weiter. Aufgrund seiner hohen Mobilität ist das Tier oft schwer zu greifen. “Ein Wolf kann pro Nacht bis zu 100 Kilometer zurücklegen“, berichtet der Experte. Wie lange ein so genannter “Durchzugswolf“ in ein und demselben Gebiet bleibt, sei schwer abzuschätzen.

Wolf frisst auch Pflanzen

Zu seiner Beute zählen Kleintiere wie Hasen oder Kaninchen, dazu Hirtentiere wie Schafe. Größere Tiere wie Rehe oder Hirsche jagt der Wolf im Rudel. “Der Wolf frisst seine Beute fast vollständig, also auch Fell, Knochen oder den Darm.“ Ausschließlich Fleischfresser ist das Raubtier allerdings nicht: “Bis zu 20 Prozent seiner Nahrung sind pflanzlicher Natur. Im Herbst frisst der Wolf beispielsweise süßes Obst“, erzählt der Wolfsexperte.

Nahrung führte Mensch und Wolf zusammen

Die Nahrung ist auch ein Grund, wieso Mensch und Wolf vor 35.000 Jahren zusammengefunden haben: “Herausgekommen ist der Hund“, so Kotrschal. Wie der Mensch ist auch der Wolf ein Laufjäger. Der homo sapiens sei für das Raubtier grundsätzlich wenig interessant, erklärt der Wolfsexperte. “Allerdings gibt es die Forscher, die die Meinung vertreten, dass menschlicher Unrat den Wolf anzieht.“

Wolf nicht füttern

Wie verhält man sich richtig, wenn man einen Wolf in freier Wildbahn antrifft? “Prinzipiell soll man sich freuen, weil nur wenige Menschen einen Wolf erblicken“, schmunzelt Kotrschal. Gefahr für den Menschen gebe es in den seltensten Fällen. Zwar gelten die Jungtiere als neugierig, in der Regel hält das Raubtier aber Abstand zum Menschen. Es reicht daher oft abzuwarten, bis das Tier verschwindet. “Sollte sich der Wolf aber bis auf ein paar Meter genähert haben, hilft Imponiergehabe.“ In diesem Fall gilt es sich groß zu machen und mit Ästen und kleinen Steinen zu werfen, bis das Tier verschwindet. Auf keinen Fall soll man den Wolf füttern, da dieser so seine Scheu verlieren und so vermehrt die Nähe von Menschen suchen könnte.

Das können Salzburgs Landwirte tun

Tipps, wie Landwirte ihre Herden vor Wolfsattacken schützen können, hat Kotrschal auch: “In der Nacht hilft die Umzäunung der Weide, tagsüber können Hirten mit Hunde auf die Tiere aufpassen.“ Denn: Der Wolf sei kein dummes Tier. Bemerkt er, dass es schwieriger wird, an seine Beute zu kommen, sieht er sich anderwärtig um. In diesem Fall würde er auf die Jagd nach Wildtieren gehen. Der große Bestand an Wildtieren sei überhaupt der Grund für die Rückkehr des Wolfes.

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