Wie giftig ist Aluminium in Deos?

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Wie gefährlich ist Aluminium in Deos?
Wie gefährlich ist Aluminium in Deos? - © APA/BARBARA GINDL/ROLAND SCHLAGER
Aluminium hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach als sehr nützliches Element erwiesen. Ob in der Flugzeugindustrie, im Fahrzeugbau oder in der Wasseraufbereitung – das Leichtmetall bietet Vorteile in zahlreichen Einsatzgebieten. Galt Aluminium bisher als ungiftig und harmlos, steht es mittlerweile jedoch unter dem Verdacht, Brustkrebs und Alzheimer zu begünstigen. Deshalb wird auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit von aluminiumhaltigen Deos immer öfter kritisch hinterfragt und nach Alternativen gesucht. Zu Recht?

Wie gelangt Aluminium in den menschlichen Körper?

Das meiste Aluminium wird über die Nahrung aufgenommen. Kräuter und Gewürze enthalten beispielsweise pro Gramm etwa 145 Mikrogramm Aluminium, Schokoladenprodukte rund 33 Mikrogramm. Je nach Darreichungsform resorbiert der Organismus davon über den Magen-Darm-Trakt bis zu circa ein Prozent.

Inzwischen ist auch davon auszugehen, dass das Element über sogenannte Antitranspirantien in den Körper gelangt, welche den Achselschweiß unterdrücken. Diese Mittel enthalten beispielsweise Aluminiumchlorid oder verschiedene in Wasser gelöste Aluminiumchlorhydroxide, die Eiweiße ausfällen und damit die Schweißdrüsen verstopfen. Der Schweiß kann nicht mehr nach außen dringen, sondern wird, zusammen mit einem Teil des Aluminiums, von der Drüsenwand resorbiert.

Wie viel Aluminium nehmen wir pro Tag auf?

Einer Metastudie der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) zufolge nimmt der Mensch abhängig von seinem Aufenthaltsort und seiner Ernährung pro Tag zwischen einem und 15 Milligramm Aluminium zu sich. Laut EFSA ist eine wöchentliche Aufnahme von einem Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht unbedenklich. Diesen Wert überschreitet ein großer Teil der Bevölkerung bereits durch die Aufnahme des Metalls über die Nahrung.

Die Aluminiumkonzentration in natürlichen Wässern fällt sehr unterschiedlich aus. Sie wird jedoch durch die in der Wasseraufbereitung zusätzlich verwendeten Aluminiumsalze nicht signifikant erhöht. Insgesamt wird über das Wasser wahrscheinlich weniger Aluminium aufgenommen, als über die Nahrung.

Eine weitere Quelle für Aluminium im menschlichen Körper sind Kosmetika wie die bereits genannten Antitranspirantien. Über die gesunde Haut werden etwa 0,5 Prozent und über die beschädigte Haut bis zu 18 Prozent des darin enthaltenen Aluminiums aufgenommen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung liegt die absolute Aufnahme bei 10,5 Milligramm, steigt jedoch bei geschädigter Haut, zum Beispiel nach der Rasur, um ein Vielfaches an. Ein 70 Kilogramm schwerer Mensch würde somit die akzeptable Tagesdosis schon allein durch die Verwendung eines aluminiumhaltigen Deos überschreiten.

Wie lange bleibt das Aluminium im Körper und wo sammelt es sich?

Sobald das Aluminium im Körper ist, verteilt es sich auf die unterschiedlichsten Gewebe und Organe. Etwa die Hälfte sammelt sich in den Knochen, ein Viertel reichert sich in der Lunge an, ein Teil gelangt aber auch über den Liquor ins Gehirn. Mit dem Alter steigt der Aluminiumgehalt in allen Geweben an. Circa 60 Prozent des Leichtmetalls wird innerhalb eines Tages über die Niere wieder ausgeschieden, allerdings liegen die Halbwertzeiten bei bis zu 50 Jahren, wobei die Verweildauer im Organismus durch die unterschiedliche Verteilung von Mensch zu Mensch stark schwankt.

Gehört Aluminium zu den Ursachen für Krebs?

Die Annahme, Aluminium würde Brustkrebs fördern, begründet sich insbesondere darauf, dass Tumoren der Brust häufiger außen, also in Richtung der Achselhöhle, sitzen. Genau dort kommen auch die aluminiumhaltigen Deos regelmäßig zur Anwendung. Zum einen verhindern die Antitranspirantien die Abfuhr schädlicher Substanzen über den Schweiß, zum anderen könnte das Aluminium nach Ansicht einiger Forscher aufgrund seiner Giftwirkung selbst zur Entstehung von Krebs beitragen. Zwar sprechen mittlerweile die meisten Studien gegen einen Zusammenhang, während sie bekannte Brustkrebsrisiken zuverlässig anzeigen, das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen.

Kann Aluminium Alzheimer verursachen?

Bisher lässt sich zumindest eine schwere Demenzerkrankung auf Aluminium zurückführen: die sogenannte Dialyse-Enzephalopathie. An ihr erkranken allerdings nur Personen, die eine regelmäßige Blutwäsche benötigen und dabei große Mengen Aluminiumsalze aus der Dialyseflüssigkeit aufnehmen. Diese Gefahr ist jedoch weitgehend gebannt, da die meisten dieser Flüssigkeiten mittlerweile frei von Aluminiumsalzen sind.

Epidemiologische Studien fanden bislang keinen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer, weshalb zahlreiche Experten diese Hypothese inzwischen ablehnen. Möglicherweise ist die Aluminiumanreicherung vielmehr ein Symptom der Demenzerkrankung als deren Ursache. Hier besteht jedoch noch ein erheblicher Forschungsbedarf, insbesondere bezüglich der schlecht erforschten Langzeitfolgen einer Belastung mit Aluminiumsalzen.

 

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