Wien Modern: Filmmusik und heimische Komponisten

Akt.:
Das Zusammenspiel zwischen Gegenwarts-Musik und Film und Fernsehen sowie Georg Friedrich Haas als diesjähriger Schwerpunkt-Komponist bilden ab 29. Oktober das Rückgrat des Festivals Wien Modern 2014. Höhepunkte, die man nicht allzu oft zu hören bekommt, sind ein Konzert von Haas für sechs Klaviere im Konzerthaus sowie sein Concerto Grosso Nr. 1 für vier Alphörner und Orchester im Musikverein.


Zentral für den Schwerpunkt “on screen” zu zeitgenössischer Musik und den Laufbildmedien ist die Sitcom-Oper “Das Leben am Rande der Milchstraße” des Österreichers Bernhard Gander, wie der Künstlerische Leiter von Wien Modern, Matthias Losek, bei der Programmpressekonferenz am Donnerstag in Wien ankündigte. Die Teile eins bis drei sind bereits im Sommer bei den Bregenzer Festspielen aufgeführt worden, in Wien sind nun alle sieben Folgen des Dramas zu hören. In Abschnitten zu je 25 Minuten werden dabei die Welt der Bürokratie und eine Vater-Sohn-Beziehung durchaus mit Humor abgehandelt.

Zum Roten Faden aus Musik und Film trägt auch der diesjährige Träger des Erst-Bank-Komponistenpreises, der Oberösterreicher Reinhard Fuchs, bei. Sein Werk MANIA, das im Konzerthaus vom Klangforum Wien uraufgeführt wird, ist vom David-Lynch-Film “Blue Velvet” inspiriert. Fuchs kündigte ein “sehr kontrastreiches” Stück “mit harten Brüchen” an.

Zum Gedenkjahr zu 100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkriegs präsentiert Olga Neuwirth zudem ihr “filmmusikalisches Requiem” zum Stummfilm “Maudite soit la guerre” (Verflucht sei der Krieg) aus dem Jahr 1914, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich bringt unter dem Titel “Monsters & Angels” musikalische Gedanken Ganders zum Genre des Horrorfilms zu Gehör, und auch das zum Festival gehörende Symposion gilt dem Thema” Musik für Film und bewegte Bilder”. Das Österreichische Filmmuseum beteiligt sich am Schwerpunkt, indem es Streifen mit herausragenden Tonbeiträgen von Schönberg über Ligeti bis zu Bernard Hermann zeigt.

Der aus New York zugeschaltete Georg Friedrich Haas zeigte sich über die Aufführung seines Concerto Grosso Nr. 1 und der Nr. 2 als Auftrag von Wien Modern und des RSO Wien beim Eröffnungskonzert ebenso erfreut wie über seine “limited approximations”, ein Konzert für sechs “gegeneinander verstimmte” Klaviere und Orchester. Bauchweh hat er offenbar wegen Loseks Programmierung all seiner acht Streichquartette an zwei Abenden: “Ich fürchte mich”, drückte der 1953 in Graz geborene Haas zugleich seine Hoffnung aus, dass die “Unterschiede” zwischen seinen Quartetten “stark genug” sind, damit das Arditti Quartet das Publikum über lange Strecken in Bann halten kann.

Wer Losek nach sechs Ausgaben ab 2016 als Künstlerischer Leiter des 1988 von Claudio Abbado gegründeten Wien-Modern-Festivals nachfolgen wird, blieb offen: Die Entscheidung wird laut Festival-Präsident Matthias Naske “bald veröffentlicht”. Man sei “in intensiven Gesprächen” mit mehreren “Trägern des exponierten Wissens”, das für die Aufgabe wichtig sei, so der Konzerthaus-Intendant. Losek wich auf der Pressekonferenz der Frage, warum er das Festival verlässt, aus und wollte auch nicht zu einer neuen Position Stellung nehmen. Wien Modern lebe von Veränderung, da sollte sich auch der “subjektive Zugang” ändern, meinte Losek, dessen Abgang Anfang der Woche mitgeteilt worden war.

Musikvereins-Intendant Thomas Angyan als Mitglied im Vorstand von Wien Modern vermeldete noch, dass die Förderung der Öffentlichen Hand gleich geblieben sind: 700.00 Euro kommen demnach von der Stadt Wien, 100.000 Euro vom Bundeskanzleramt. Hinzu kommen private Sponsoren.

(S E R V I C E: Wien Modern 2014, 29. Oktober bis 21. November, an 18 Spielorten in Wien, Karten: Konzerthaus – 01-242002, Musikverein – 01-5058190,)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- AYA-Hallenbad bis 3. September... +++ - Severin Huber (23) übernimmt L... +++ - 17-Jähriger in St. Johann mit ... +++ - Fahrradfahrerin bei Zusammenst... +++ - Was in Salzburg achtlos weggew... +++ - Salzburgs Flüsse brauchen mehr... +++ - Salzburgerin kürt sich zur Eur... +++ - 300 Flusskrebse aus dem Hinter... +++ - FPÖ-Chef Strache reichte Bunde... +++ - Zell am See: Drohnen sollen in... +++ - Preismonitor: So groß können d... +++ - Das waren die Events am Wochen... +++ - Überhitzte Solaranlage sorgt f... +++ - Saalfelden: Brutale Schlägerei... +++ - Wetter präsentiert sich ab Woc... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen