Wiener Hauptbahnhof feierlich eröffnet

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Der Wiener Hauptbahnhof besticht durch seine ausgefallene Architektur.
Der Wiener Hauptbahnhof besticht durch seine ausgefallene Architektur. - © APA/ROLAND SCHLAGER
Das Jahrhundertprojekt Wien Hauptbahnhof – das mit Abstand größte Bahnhofsprojekt der ÖBB – wurde am Freitag eröffnet. Fünf Jahre nach dem Abriss des alten Südbahnhofs ist auf kleinerer Fläche ein deutlich leistungsfähigerer und moderner Bahnhof entstanden.

Als Nachfolger des Südbahnhofes wurde ein imposantes Verkehrsgebäude mit großem Einkaufszentrum errichtet. ÖBB-Vorstandschef Christian Kern sprach von einem “Landmark-Projekt”, in dem künftig täglich rund 1.100 Züge halten werden. Vorerst dient die Station mit dem prägnanten Rautendach allerdings nur dem Regionalverkehr.

Eine Milliarde Euro investiert

Mit sichtlichem Stolz äußerte sich Bahnchef Christian Kern zum neuen Haus: “Dieser Tag ist ein sehr besonderer für uns.” Der Wiener Hauptbahnhof sei ein Gemeinschaftswerk: “Über eine Dekade lang haben Baggerfahrer, Architekten, Ingenieure oder Putzfrauen dafür gesorgt, dass wir heute hier stehen können.” In der Vergangenheit seien Bahnhöfe als die Kathedralen der Moderne bezeichnet worden. Die Zeiten hätten sich aber geändert: “Wir wollten nicht Monumentales schaffen, sondern Funktionales.”

 

Der Vordereingang des Hauptbahnhofs. © APA/ROLAND SCHLAGER Der Vordereingang des Hauptbahnhofs. © APA/ROLAND SCHLAGER ©

Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich von den Dimensionen trotzdem beeindruckt: “Es kommt nicht alle Tage vor, dass wir ein Bauwerk eröffnen, das ein Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro hat.” Beim Bau sei alles so gelaufen wie gewünscht: “Es gab keine Verspätung, keine Skandale.” Ein Umstand, der dem Bundespräsidenten ein “wunderbar” entlockte.

Polit-Prominenz zeigt sich bei Eröffnung

Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) verwies auf die Bedeutung des Hauptbahnhofs als Verkehrsknotenpunkt – und erinnerte sich an den Vorgänger: “Ich habe den Südbahnhof nicht wegen seiner Schönheit geliebt, sondern weil wir von hier nach Italien gefahren sind.” Die Minister Alois Stöger (SPÖ, Infrastruktur) und Reinhold Mitterlehner (ÖVP, Wirtschaft) lobten hingegen unter anderem die flotten Zugverbindungen in ihr Heimatbundesland Oberösterreich – auch wenn dieses noch nicht vom Hauptbahnhof erreichbar ist. An der Eröffnung nahm auch Stögers Vorgängerin, die nunmehrige Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), teil.

 

© APA/ROLAND SCHLAGER Die Politik-Prominenz. © APA/ROLAND SCHLAGER ©

Einkaufszentrum mit 90 Geschäften

Auch tausende Shopper strömten ins neue Einkaufszentrum – um dort die diversen Eröffnungsangebote oder Glücksrad-Aktionen zu nutzen. Insgesamt verfügt das EKZ am Hauptbahnhof über 90 Geschäfte. Textilketten, Buchhandlungen und Sportartikelshops sind dort genauso zu finden wie ein großer Supermarkt, Trafiken, Autovermietungen sowie natürlich das Reisezentrum der ÖBB. Die Einkaufsmeile beherbergt auch zahlreiche Gastronomiebetriebe – wobei man ein klassisches Bahnhofsrestaurant vergeblich sucht, es überwiegen Anstell- bzw. Take-Away-Lokale.

Fernzüge halten ab 14. Dezember

Bis das Angebot auch in Sachen Zugverbindungen größer wird, dauert es noch eine Weile: Die ersten Fernzüge werden zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember halten. Verbindungen nach bzw. von Süden (Italien, Slowenien, Graz oder Villach), Osten (Budapest) und Norden (Brünn, Prag, Warschau) werden ab diesem Zeitpunkt über den neuen Verkehrsknoten geführt.

Passagiere aus dem Westen werden ebenfalls schon bis zum Hauptbahnhof fahren können – falls sie in einem über Passau führenden ICE sitzen. Diese Züge werden sogar bis zum Flughafen verlängert. Die Vollinbetriebnahme erfolgt dann in einem Jahr: Verbindungen, für die derzeit noch der Westbahnhof Start- und Zielpunkt ist, werden ab Dezember 2015 den Hauptbahnhof anfahren.

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