Wolf in Salzburg: Landesrat Schwaiger für Abschuss

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Schwaiger will sich bei der EU-Kommission dafür stark machen, den Wolf durch eine Ausnahmeregelung in Salzburg bejagen zu können (Symbolbild).
Schwaiger will sich bei der EU-Kommission dafür stark machen, den Wolf durch eine Ausnahmeregelung in Salzburg bejagen zu können (Symbolbild). - © AFP/Klaust Dietmar Gabbert/Archiv
Zwei mutmaßliche Fälle von Wolfsattacken sorgen für Aufregung im Salzburger Pongau. Landwirtschaftslandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) will sich nun für eine Ausnahme der EU-Regelung stark machen und den Wolf in Salzburg bejagen.




Laut Landesrat Josef Schwaiger stellen die beiden vergangenen Übergriffe – sollten sie tatsächlich von einem Wolf verübt worden sein – eine neue Dimension dar: Ein Wolf hat sich bislang noch nie so nahe an ein Siedlungsgebiet gewagt. In Pfarrwerfen ereignete sich der Übergriff laut Schwaiger nur 150 Meter von einem Siedlungsgebiet entfernt. Für ihn stellt sich daher die Frage, wie gefährlich der Wolf tatsächlich ist.

Ausnahmeregelung: Wölfe sollen bejagt werden

“Diese Wölfe sind offensichtlich sehr zutraulich. Das hat oftmals damit zu tun, dass sie bereits mit Hunden angekreuzt wurden”, so Schwaiger im Gespräch mit SALZBURG24 am Mittwoch. Gemeinsam mit den beiden deutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sowie Südtirol will er sich nun bei der EU-Kommission stark machen, um den Wolf in Ausnahmefällen bejagen zu können. Dazu ist eine Anpassung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie notwendig.

Schutzzäune und Hirtenhunde eine Alternative?

Von den Vorschläge von Seiten der NGO, Übergriffe durch Wölfe mithilfe von Elektro-Zäunen und Hirtenhunden entgegenzutreten, hält Schwaiger nichts: “Der Zaun muss 1,60 Meter hoch sein, braucht elektrische Ritzen und muss so im Boden verankert werden, dass er nicht untergraben werden kann.” Eine Aufgabe, die auf all den Almen in Salzburg nur schwer umsetzbar wäre und zudem nicht nur den Wolf aussperrt sondern auch den allgemeinen Wildwechsel unterbindet.

Auch Hirtenhunden erteilt Schwaiger eine Absage. Diese Hunde seien nur an die Herde und einige wenige Menschen gewöhnt, alles andere sehen sie als Gefahr. “In einem Land, in dem so viel gewandert wird, sind Hirtenhunde keine Option”, so Schwaiger.

Im Vorjahr 17 Schafe durch Wölfe getötet

Immer wieder sorgen Wolfsrisse im Bundesland Salzburg für Aufregung. Im Vorjahr wurden in Österreich 17 Schafe durch Wölfe getötet. Laut WWF steht diese Zahl allerdings tausenden Schafen gegenüber, die jährlich durch Abstürze und Blitzschläge umkommen. Der Wolf solle daher nicht als blutrünstige Bestie verteufelt werden. Die Naturschutzorganisation wünscht sich eine lösungsorientierte Diskussion zur Rückkehr der Wölfe.

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