YLine-Prozess: Sex-Portal erwies sich als Flop

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Beim heutigen 23. Verhandlungstag im YLine-Strafprozess wollte Richterin Marion Hohenecker den Marktwert des Erotikportals WebLine, an dem YLine beteiligt war, klären – was sich nicht einfach gestaltete. Laut Zeugenaussagen vor der Polizei war zeitweise die Bezahlung der Stripperinnen nicht mehr gesichert, angekündigte Werbungen wurden nicht geschaltet.


Der Anklagevorwurf lautet auf Untreue im Zusammenhang mit dem Erwerb der WebLine: Diese wurde als Sacheinlage in die YLine eingebracht und mit YLine-Aktien bezahlt. Der Deal hat laut Anklage zu einem Schaden bei der YLine von mindestens 1 Mio. Euro geführt, da der erworbene 74-Prozent-Anteil an der WebLine viel zu hoch bewertet worden sei.

Wie das vom Management propagierte zehn- bis zwölfprozentige Wachstum zustande kam konnte heute, Donnerstag, im Wiener Straflandesgericht ein ehemaliger Top-Manager der WebLine nicht mehr erklären. Staatsanwalt Alexander Marchart kommentierte dies – unter allgemeinem Gelächter – damit, dass dies wohl auf die lange Verfahrensdauer zurückzuführen sei. Bis die medial breit diskutierte Causa vor Gericht landete, dauerte es fast dreizehn Jahre.

Eine Bewertung der WebLine durch Ernst & Young sei ausschließlich auf Basis des Businessplanes erfolgt, mit Managern des Unternehmens habe niemand gesprochen. Das Beratungshaus sprach von einer Wachstumsrate von bis zu 80 Prozent. Der Zeuge meinte heute, das habe wohl mit dem damaligen Internethype zu tun gehabt. Zwei Jahre nach der Übernahme durch YLine hatte WebLine den operativen Betrieb eingestellt.

Einer der Angeklagten betonte, dass YLine bei der Streaming-Technologie führend gewesen sei – was insbesondere im “Sex-Bereich” wichtig sei, so eine Angeklagte. Das Geschäft lief trotzdem schlecht. “Wir waren von Anfang an sehr knapp kalkuliert”, so ein weiterer Ex-Manager der WebLine. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die Firma von Anfang an im Minus war. Wie viele Nutzer WebLine hatte konnte der Manager heute nicht mehr sagen.

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