Youth-League-Sieger starten auch in Europa League durch

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Den Salzburger Youth-League-Helden steht eine rosige Zukunft bevor.
Den Salzburger Youth-League-Helden steht eine rosige Zukunft bevor. - © APA/KEYSTONE/ALAIN GROSCLAUDE
Kein halbes Jahr nach dem Nachwuchs-Coup greifen Schlager und Co. auf der internationalen Profi-Ebene an. Salzburgs Triumph in der Youth League war nicht nur ein international beachteter Coup, sondern zeigt schon wenig später auch seine sportliche Nachhaltigkeit. Fünf Monate nach dem Finalsieg der U19-Truppe spielen mehrere Kicker im Europa-League-Kader des österreichischen Fußball-Serienmeisters eine Rolle. Beim Gruppenphasenauftakt am Donnerstag fand sich ein YL-Quintett im Bullen-Kader.

Mit Hannes Wolf (18 Jahre), Amadou Haidara (19), Patson Daka (18), Xaver Schlager (19) und Luca Meisl (18) bestiegen am Mittwoch fünf Youth-League-Gewinner den Salzburger Flieger Richtung Portugal, wo das Duell mit Vitoria Guimaraes ansteht. Wolf und Haidara dürften dabei von Beginn an gesetzt sein. Offensivkraft Wolf stand in der laufenden Saison bereits achtmal, Mittelfeldmann Haidara fünfmal in der Startformation der Elf von Trainer Marco Rose.

Youth-League-Quintett im Bullen-Kader

Rose weiß, was er an seinen Youngsters hat. Er führte sie im April zum überraschenden Youth-League-Titel und trat im Sommer beim Meister die Nachfolge von Oscar Garcia an. Nicht zuletzt der Umstand, dass er mit zahlreichen “unfertigen” Spielern arbeitet, macht für den Deutschen den Reiz des Jobs aus. “Ich wusste ja, auf was ich mich einlasse”, meinte Rose. “Ich finde es total interessant, Toptalente aus der ganzen Welt zu entwickeln.” Sieht man vom genannten Quintett ab, gibt es mit dem brasilianischen Innenverteidiger Igor (19) einen weiteren YL-Helden, der etwa zuletzt gegen Rapid im Einsatz war, allerdings nicht auf Salzburgs Spielerliste für die EL steht.

Toptalente sollen Stammkräfte ersetzen

Selbst potenzielle Ausfälle von Stammkräften wie Innenverteidiger Paulo Miranda, der in Guimaraes fraglich ist, oder Stürmer Hwang Hee-chan (Oberschenkel) können mit den jungen Toptalenten einigermaßen kompensiert werden. Miranda etwa könnte in Portugal nicht von Igor, aber von Meisl ersetzt werden, der freilich sein internationales Debüt geben würde. Für Stürmer Hwang Hee-chan, der wegen einer Oberschenkelverletzung nicht mitreiste, könnte Daka in die Bresche springen, der beim 4:0-Heimsieg über Constanta im EL-Play-off für die Bullen erstmals international spielte. Sambias Nationalteam schoss er Anfang September in der WM-Qualifikation gar zu einem 1:0-Auswärtssieg in Algerien.

Kollektiv wird bei Salzburg übergeordnet

Klar ist, dass die Arbeit mit den Jungen gewisse Unwägbarkeiten mit sich bringt. “Dass wir in dieser Saison vermehrt über das Team kommen müssen, das ist jedem bewusst. Und das weiß auch die Mannschaft”, betonte Rose, der immer wieder sein Vertrauen in die Nachwuchs- und Ersatzkicker betont. “Aber natürlich hat man gern seinen gesamten Kader zur Verfügung, um auch einen gesunden Konkurrenzkampf zu haben.” Im Herbst ohne internationalen Bewerb zu sein, das kann und will man sich freilich nicht leisten. “Das Ziel, international dabei zu sein, ist gleich geblieben”, betonte Sportdirektor Christoph Freund. Für die laufende Saison hat der Verein auch diese Vorgabe erledigt.

Liefering bewährt sich als Talentschmiede

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung spielt Zweitligist Liefering. Die zahlreichen Einsätze für Salzburgs Tochterteam machten sich in der Youth League eindeutig bezahlt, das beweist nicht zuletzt der Vergleich mit Endspielgegner Benfica Lissabon. Auch dort sammelten zahlreiche Akteure in der B-Elf, die in der zweiten Liga spielt, Erfahrung im Männerfußball. Im Gegensatz etwa zu den U19-Auswahlen der Halbfinalisten Real Madrid und FC Barcelona. Wer immer auch in Guimaraes zum Einsatz kam, für die sportliche Führung ist es ein klares Zeichen, dass der eingeschlagene Weg, mit Eigenbauspielern bzw. jungen, vergleichsweise durchaus teuren Verpflichtungen Erfolge zeitigt. “Wir lassen unseren Worten auch Taten folgen”, meinte Freund. Der YL-Sieg dürfte den Zugang zum internationalen Spielermarkt jedenfalls ein Stückchen erleichtert haben: “Das hat uns schon noch einmal eine andere Wertigkeit gegeben.”

(APA)

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