Zahl der Ebola-Fälle auf mehr als 10.000 gestiegen

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Dunkelziffer ist hoch
Dunkelziffer ist hoch
Die Zahl der Ebola-Fälle in Westafrika ist auf über 10.000 gestiegen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Samstag sind 10.141 Menschen an der Seuche erkrankt. Davon sind 4.922 gestorben. Experten gehen weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Außerdem belastet die Seuche auch das Wirtschaftsleben der betroffenen Länder stark und verschlimmert die Situation der Bevölkerung.


Im Vergleich zur jüngsten Erhebung, die vor drei Tagen veröffentlicht wurde, hat es im am meisten betroffenen Liberia weder neue Erkrankte noch weitere Tote gegeben. Allerdings ist in Sierra Leone die Zahl der Ebola-Fälle um fast 200 auf 3.896 gestiegen. Dort starben in den vergangenen Tagen 22 weitere Menschen an der Krankheit, teilte die WHO in Genf mit. 

Nach dem Tod der ersten Ebola-Patientin in Mali sind 50 Menschen aus dem Umfeld des verstorbenen zweijährigen Mädchens unter Quarantäne gestellt worden. 43 Kontaktpersonen, unter ihnen acht Krankenhausmitarbeiter, stehen in Kayes im Südwesten des Landes unter medizinischer Beobachtung, wie das malische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Dort war das Mädchen am Freitag gestorben, nachdem sie sich im Nachbarland Guinea mit Ebola infiziert hatte.

In Mali wurden zehn Menschen in der Hauptstadt Bamako unter Quarantäne gestellt. Bei ihnen handelt es sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums um Angehörige einer Familie, bei der sich das Mädchen und ihre Großmutter nach ihrer Rückkehr aus Guinea kurzzeitig aufhielten, bevor sie weiter in ihren Heimatort reisten. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, da das Mädchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ansteckend gewesen sei. Während ihres Aufenthalts in Bamako habe die Patientin noch keine Krankheitssymptome gezeigt.

Die Weltgesundheitsorganisation widersprach dieser Darstellung. Erste Symptome wie Nasenbluten seien bereits aufgetreten, als sich das Mädchen noch in Guinea aufgehalten habe. Während ihrer stundenlangen Heimfahrt in einem Reisebus seien somit viele Menschen einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt gewesen, teilte die WHO mit. Die Lage in Mali sei ein “Notfall”. Ebola ist ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall zeigen. Das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.

Die Welthungerhilfe hat auf die gravierenden Auswirkungen der Epidemie auf das gesamte Wirtschaftsleben in Sierra Leone aufmerksam gemacht. “Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau”, sagte Jochen Moninger, Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone der “Wirtschaftswoche”.

Wegen Ebola seien die Schulen geschlossen. “1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr”, sagte Moninger. Die Regierung habe an allen Bezirksgrenzen Kontrollposten eingerichtet, die nur zwischen 9.00 Uhr morgens und 17.00 Uhr abends passiert werden dürften.

Normalerweise brächten Bauern aus dem Nordosten des Landes ihre Ernte nachts in die 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Freetown. Diese Transportwege seien nun abgeschnitten, sie müssten ihre Ware tagsüber transportieren. In Sierra Leone gebe es keine Kühlketten. Die Ernte verkomme, noch bevor sie in Freetown eintreffe. Vor der Ebola-Epidemie habe sich Sierra Leone im Aufschwung befunden.

Die WHO will spätestens in der ersten Hälfte 2015 mit Massenimpfungen die Wende im Kampf gegen Ebola schaffen. Die Tests für die Kampagne in Westafrika sollen im Dezember starten.

In den USA müssen sich Ärzte und -Krankenschwestern, die Ebolakranken in Westafrika geholfen haben, bei ihrer Rückkehr in den Raum New York einer dreiwöchigen Quarantäne unterziehen. Die Gesundheits-Behörden in der US-Metropole zeigten sich am Samstag jedoch zuversichtlich, alle Menschen, die mit dem Virus direkt in Kontakt standen, verständigt zu haben.

Betroffen von der neuen Vorschrift seien Mediziner und Pfleger, die auf dem JFK Flughafen in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten Bundesstaat New Jersey landen. Das bestätigte die für beide Flughäfen zuständige Behörde, die Port Authority.

Anlass war die Nachricht von der Ebola-Erkrankung eines New Yorker Arztes, der in Guinea Patienten mit dem tödlichen Virus betreut hatte. Nach seiner Rückkehr in die USA vor einer Woche war er in New York U-Bahn und Taxi gefahren, hatte eingekauft und Bowling gespielt, bevor sich Symptome zeigten und er auf die Isolierstation einer Klinik kam. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hatte jedoch betont: “Es gibt keinen Grund zur Sorge.” Für eine Übertragung genüge es nicht, im selben U-Bahn-Wagen zu sein. Die Gesundheits-Behörden erklärten, bei der Verlobten und zwei Freunden des Patienten seien keine Symptome gefunden worden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine Hinweise darauf, dass sich der Erreger von Mensch zu Mensch über andere Wege als den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Erkrankten überträgt. Eine Infektion durch winzige Tröpfchen in der Luft, die eingeatmet werden, ist weder bei der aktuellen Epidemie noch bei früheren Ausbrüchen beobachtet worden.

Auch in Illinois verordneten die Behörden eine dreiwöchige Quarantäne für “Hochrisiko”-Reisende aus Westafrika. Die Anordnungen in New York, New Jersey und Illinois gehen Angaben des Senders CBS deutlich über die Richtlinien der US-Regierung hinaus. Es sei die bisher schärfste US-Maßnahme im Kampf gegen Ebola.

Als erster Fall wurde eine Krankenschwester nach ihrer Landung in New Jersey am Freitag in eine Universitätsklinik eingewiesen. Dort wurde bei ihr Fieber festgestellt. Inzwischen ergaben Tests, dass sie nicht mit Ebola infiziert ist, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Wegen der neuen Vorschriften müsse sie aber dennoch in Quarantäne bleiben, hieß es.

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