Zahl der Toten nach Anschlag in Pakistan auf 52 gestiegen

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IS will Pakistan destabilisieren
IS will Pakistan destabilisieren - © APA (AFP)
Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen Schrein in Pakistan ist auf mindestens 52 gestiegen. Die Terrormiliz Islamischer Staat habe sich zu der Bluttat bekannt, sagte der Innenminister der südlichen Provinz Baluchistan. Mehr als 110 Menschen wurden bei der Attacke am Samstag verletzt. Beim Attentäter soll es sich um einen Jugendlichen gehandelt haben.

Die Bombe explodierte an einem Sufi-Schrein im Gebiet von Khuzdar. Behördenvertreter der Region erklärten, zum Zeitpunkt des Anschlags habe es an dem Schrein wie jeden Tag vor Einsetzen der Abenddämmerung eine Tanzandacht gegeben. Bis zu 600 Menschen hätten sich dort aufgehalten.

“Die Wucht der Explosion war so stark, Menschen wurden weggeschleudert. Alle liefen umher, schrien und suchten nach Angehörigen”, sagte der 25-jährige Mohammad Shehzad. “Kinder haben ihre Mütter und Väter gesucht. Menschen suchten ihre Brüder und Schwestern, aber niemand war in der Lage, auf ihre Schreie zu hören.” Überlebende behalfen sich selbst mit Decken, als sie sich in der Kälte auf den Heimweg machten. Viele waren Hunderte Kilometer weit zu dem Sufi-Fest gekommen.

Der Sufismus ist eine mystische Bewegung im Islam. Einige islamische Fundamentalisten sehen die Glaubensrichtung als ketzerisch an. Im Sufismus ist anders als in Moscheen anderer islamischer Glaubensrichtungen Männern und Frauen gleichermaßen die Teilnahme an verschiedenen Ritualen erlaubt. Begleitet werden diese oft von Musik und Gesängen.

Die IS-Miliz bekannte sich über ihr Sprachrohr Amaq zu dem Anschlag. “35 Tote und 95 verletzte schiitische Besucher in einer Märtyrer-Attacke durch einen IS-Kämpfer, die einen Schrein in einer Stadt in Baluchistan zum Ziel hatte”, meldete die IS-nahe Agentur.

Präsident Mamnoon Hussain und Ministerpräsident Nawaz Sharif verurteilten den Anschlag scharf. Regionalinnenminister Bugti sagte, gefundene Körperteile des mutmaßlichen Selbstmordattentäters zeigten, dass es sich um einen “etwa 16- bis 18-Jährigen” handle. Die Angaben deckten sich mit einem in der Nacht zum Sonntag vom IS über Amaq veröffentlichten Foto von dem mutmaßlichen Attentäter. Es zeigt einen Jugendlichen in einem weißen Gewand mit einem grünen Rucksack.

In Baluchistan verüben Islamistengruppen immer wieder Anschläge. Ende Oktober war die Provinz Schauplatz eines Angriffs auf eine Polizeischule, bei dem mehr als 40 Menschen getötet wurden. Die Sicherheitsbehörden machten die pakistanischen Taliban für die Bluttat verantwortlich.

Im August wurden bei einem Bombenattentat auf ein Krankenhaus in Quetta 73 Menschen getötet. Zu der Tat bekannten sich sowohl die pakistanische Taliban-Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar als auch die Jihadistenmiliz Islamischer Staat. Im Juni erschossen zwei Männer den Sufi-Sänger Amjad Sabri – nach Meinung von Beobachtern möglicherweise, weil er als prominenter Vertreter des Sufismus bekannt war.

(APA/dpa)

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