11. März 2010 10:47; Akt.: 11.03.2010 10:47

Zahlreiche Anfragen: Erzdiözese Salzburg muss Ombudsstelle erweitern

Ombudsmann Prälat Reißmeier braucht Unterstützung. Ombudsmann Prälat Reißmeier braucht Unterstützung. - © Neumayr
Salzburg – Nach dem Bekanntwerden des jahrelangen sexuellen Missbrauchs eines Buben vor 40 Jahren in der Erzabtei St. Peter in Salzburg und dem Rücktritt des Erzabtes am Montag haben sich etliche weitere mutmaßliche Opfer bei der Ombudsstelle der Erzdiözese Salzburg gemeldet.

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Diese Fälle haben aber nichts mit St. Peter zu tun. Eine genaue Zahl war allerdings nicht zu erfragen, denn der Ombudsmann Prälat Johann Reißmeier selbst machte unterschiedliche Angaben.

Seit dem Auffliegen des Falls von St. Peter gebe es viel mehr Anfragen als bisher, “und zwar mehr als im Zeitraum von 2002 bis 2009. In diesem Zeitraum hat es bei mir zehn Anfragen gegeben, mittlerweile gibt es innerhalb von zwei Tagen mehr als in diesen acht Jahren zuvor”, sagte der Ombudsmann am Donnerstag. Noch am Dienstag hatte er allerdings bei einem Pressegespräch von bisher 13 Fällen gesprochen. Und in der Pressestelle der Erzdiözese hieß es unter Berufung auf die Ombudsstelle am Donnerstag, dass sich in den vergangenen 14 Tagen zehn Opfer gemeldet hätten.

Jedenfalls kündigte Reißmeier an, dass wegen des Ansturms die Ombudsstelle erweitert werden soll. In einem ersten Schritt soll das Salzburger Männerbüro als weitere Anlaufstelle dienen. Nach einem Angebot für weibliche Opfer werde noch gesucht, sagte der Prälat. Dieser hatte noch am Dienstag an mögliche Opfer appelliert, sich zu melden.

In der Erzdiözese Salzburg wird auch mit einer neuerlichen Welle an Kirchenaustritten gerechnet. “Es haben seither sehr viele angerufen und ihren Austritt angekündigt”, sagte Andrea Huttegger von der Pressestelle. “Und wir erwarten das auch, wie zuletzt beim Fall Wagner in Oberösterreich.” Es seien dies aber großteils Menschen, die schön länger mit der Kirche unzufrieden seien; die Missbrauchs-Debatte habe nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Aktuelle Zahlen gibt es aber noch nicht, “dazu ist es noch zu früh”, so Huttegger.


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