Zecken: Wie man sich vor den Blutsaugern schützen kann

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Ein Zeckenstich kann gefährlich Folgen haben.
Ein Zeckenstich kann gefährlich Folgen haben. - © BERTRAND GUAY / AFP
Mit Frühlingsbeginn startet alljährlich auch die Zeckensaison. Die kleinen Tierchen krallen sich nicht nur an Hund und Katz fest, sondern können bei einem Stich (umgangsprachlich: Biss) auch für uns Menschen gefährlich werden. Hier erfahrt ihr, wie ihr euch vor den Blutsaugern schützen könnt.




Für die heurige Zecken-Saison gibt es auch trotz der tiefen Temperaturen seit Jahresbeginn keine Entwarnung. Die Tiere sind mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv. “Laub und Schnee isolieren die Kälte, wodurch Zecken gut gegen tiefe Temperaturen geschützt sind. Je dicker die Schneedecke, desto besser der Schutz”, wie der Biologe Georg Duscher, stellvertretender Leiter des Institutes für Parasitologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in einer Aussendung erklärte. “Häufig beginnt die Zeckensaison bereits im Februar und reicht bis in den Oktober hinein.” Schmilzt der Schnee und gibt es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen mehr als fünf bis sieben Grad, werden die Parasiten aktiv und suchen nach Nahrung in Form von Blut.

Leichter Anstieg der FSME-Fälle in Österreich

Bei der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist im Vorjahr in beinahe allen Bundesländern ein Anstieg der Erkrankungen festzustellen. Waren es im Jahr 2015 in Salzburg noch drei Neuerkrankungen, steigerte sich diese Zahl im Vorjahr auf acht. Österreichweit gab es einen Anstieg von 71 auf 89 neue FSME-Fälle pro Jahr. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist nicht heilbar und kann schwere neurologische Schäden zur Folge haben.

Die Durchimpfungsrate gegen FSME liegt in Österreich derzeit bei 83 Prozent. Seit 1981 wird eine jährliche Impfkampagne gestartet. Wurden im Jahr 1979 noch 677 FSME-Fälle in den Spitälern aufgezeichnet, konnte die Anzahl der Neuinfektionen über die Jahre hinweg auf deutlich unter 100 Fälle pro Jahr reduziert werden. Aktuell lassen sich aber immer weniger Menschen impfen, wie man bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK feststellte. Demnach seien in der Altersgruppe der bis zu Dreijährigen nur 35 Prozent der Kinder geimpft, auch nach Ende der Schulzeit sei eine Abnahme der Impfungen zu erkennen.

Keine Impfung gegen Borreliose

Zecken übertragen jedoch nicht nur FMSE, sondern auch Borreliose. In Österreich gibt es jährlich rund 24.000 Neuansteckungen. Gegen die bakterielle Erkrankung gibt es allerdings keine Impfung.

Wie kann man sich schützen?

Vorbeugender Schutz ist also besonders wichtig. Trotz warmer Temperaturen werden beim Spazieren, Wandern oder Arbeiten im Freien lange Ärmel und lange Hosen sowie möglichst helle Kleidung empfohlen, um eventuelle Zecken leichter erkennen zu können. In Gebieten mit Unterholz oder hohem Gras kann man sich auch die Hosenbeine in die Socken stecken – das hilft, die Tiere abzuhalten, auch wenn es modisch nicht unbedingt gefällt. In Apotheken sind des Weiteren Abwehrmittel gegen die Parasiten erhältlich.

Wie entferne ich Zecken richtig?

Kommt es dennoch zu einem Zeckenstich, ist eine möglichst rasche Entfernung wichtig. Eine spezielle Zeckenzange oder sogenannte Zeckenkarte ist hierbei hilfreich. Die Parasiten dürfen nicht gequetscht werden, sonst gelangen die Viren und Bakterien in den Körper des Wirts. Anschließend sollte der Stich desinfiziert werden. Bei Auftreten der sogenannten “Wanderröte”, einem roten, sich vergrößernden Fleck, sollte auf alle Fälle ein Arzt konsultiert werden. Dies ist ein Anzeichen für Borrelien. Bei einer Ansteckung mit FSME treten nach etwa zehn Tagen grippeähnliche Symptome auf.

zeckenstory

Haustiere regelmäßig nach Zecken absuchen

Nicht nur wir Menschen, sondern auch unsere Haustiere sind von Zeckenstichen betroffen. Nicht selten kommt es vor, dass sich ein Parasit im Fell festsetzt. Nach jedem Spaziergang oder Freilauf sollte man deshalb seinen Vierbeiner absuchen. Hat sich einer der Blutsauger auf der Haut festgesetzt, so muss er umgehend entfernt werden. Dabei sollte man auf Hausmittel, wie Alkohol, Öl oder Äther verzichten, warnt der Österreichische Tierschutzverein. Am besten entfernt man den Blutsauger mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange.

Vorbeugend kann man seinen Vierbeiner durch ein Zeckenhalsband schützen. Es wird wie ein normales Halsband getragen und verhindert durch einen speziellen Wirkstoff, dass sich Zecken an der Haut festsaugen. Wer seinem Tier kein Halsband umlegen möchte, kann auf sogenannte Spot-on-Präparate ausweichen. Diese werden auf den Nacken des Tiers aufgetragen. Der Wirkstoff verteilt sich auf dem Körper und tötet die Zecken ab.

Was macht ihr gegen Zecken? Habt ihr einen besonderen Tipp? Teilt ihn doch mit der SALZBURG24-Community und postet ihn in den Kommentaren!

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