Zehn Jahre Schulsponsoring: Salzburg zieht positive Bilanz

Zehn Jahre Schulsponsoring: Salzburg zieht positive Bilanz
Salzburg – Seit über zehn Jahren ist es Österreichs Schuldirektoren erlaubt, durch Sponsorgelder das Basisbudget für die eigene Schule aufzubessern. Die Gesetzesänderung, die am 1. Februar 1997 in Kraft trat, erntete damals neben großer Zustimmung auch herbe Kritik.

Schulen würden als Litfasssäulen für profitorientierte Unternehmen verwendet, hieß es unter anderem. Salzburg – Österreichs Vorreiter im Schulsponsoringmodell – zog heute, Dienstag, hingegen eine äußerst positive Bilanz: Rund 5,5 Millionen Euro gingen in den letzten zehn Jahren vom Raiffeisenverband an Salzburgs Schulen.

Von den ursprünglich zehn Unternehmen, die 1997 im Bundesland Salzburg als Verein gemeinsam als Schulsponsoren auftraten, ist heute nur mehr der Raiffeisenverband Salzburg übrig geblieben. Schon in den ersten Jahren seilten sich die Partner ab, wahrscheinlich, weil die werblichen Möglichkeiten in Schulen nicht besonders sind, sagte am Dienstag Günther Reibersdorfer, Generaldirektor des Salzburger Raiffeisenverbands bei einer Pressekonferenz. “Man darf nicht nur über Ausbildung reden, sondern muss auch etwas dafür tun”, sagte Reibersdorfer.

Raiffeisen unterstützt nunmehr als einziger Partner mit 640.000 Euro jährlich 75 Prozent der Salzburger Schulen. Für diese knapp 300 Schulen sind für das Jahr 2008 sogar 660.000 Euro eingeplant. Die Schulen können über diese Mittel autonom verfügen. Neben Basiszahlungen pro Schüler können die Schulen auch Gelder für Sonderprojekte im Wert von 33.000 Euro beantragen. Aber nicht nur finanzielle Mittel fließen den Schulen zu – Veranstaltungen, Fachvorträge und eine Finanz-Akademie stehen als Zusatzlehrangebot für die Schüler auf dem Programm.

“Andere Bundesländer sehen neidvoll auf das Salzburger Sponsoringmodell, es ist österreichweit ein Unikat”, erklärte Landesschulratspräsident Herbert Gimpl. Weil in anderen Bundesländern oft Agenturen zwischengeschalten sind, kommt den Schulen nicht 100 Prozent des gesponserten Geldes zugute. In Salzburg fließe das Geld hingegen zur Gänze direkt an die Schulen, außerdem sei diese Partnerschaft von nunmehr zehnjähriger Beständigkeit geprägt, was den Direktoren große Sicherheit verschaffe, so Gimpl.

Von den knappen finanziellen Mitteln einer Salzburger Schule berichtete der Direktor des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums, Oskar Einzinger: “Bis zu 80 Prozent des gesamten Budgets muss ich für Fixkosten einrechnen. Nur durch Geldmittel aus dem Sponsoring kann ich Zusatzleistungen realisieren.” Überwiegend verwendet der Direktor das Geld für den Projektunterricht, spezielle Unterrichtsmaterialien oder für Schulsportwettbewerbe. Die Grundfinanzierung des Bildungswesens liege freilich nicht in der Hand der Wirtschaft, betonte Einziger.

Grundsätzlich ist es jeder Schule freigestellt, welche Partner sie als Sponsor wählt und wie sie diese auftreibt. Dass der Raiffeisenverband beim Schulsponsoring in Salzburg beinahe ein Monopol innehat, begründe sich in der hohen Stabilität der Zusammenarbeit und sei nicht negativ zu beurteilen so Gimpl. “Es steht jeder Schule frei, aus dem Projekt auszusteigen, wenn sie das möchte”, ergänzte Reibersdorfer.

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