Zeit der Extreme bei Immobilienpreisen ist vorbei, Salzburg bleibt teuer

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In Salzburg bleibt Wohnen teuer.
In Salzburg bleibt Wohnen teuer. - © APA/Gindl/Archiv
Die Österreicher bauen weiterhin auf “Grund und Boden” für die Zukunftsvorsorge. Niedrige Zinsen nähren die Träume vom eigenen, leistbaren Wohnraum. Die Immobilienpreise versprechen 2016 zu halten. Laut Experten stehen heuer nur moderate Preissprünge ins Haus. In Salzburg und Wien muss wegen knappem Angebot und der Zuwanderung trotzdem lange nach billigen Wohnmöglichkeiten suchen. Wir haben die Preise für euch im Überblick.


Die Preise für Baugrundstücke, Mieten und Eigentumswohnungen seien im Jahr 2015 nur moderat gestiegen, versicherte der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKÖ am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Extreme Preissteigerungen, wie sie in den vergangenen Jahren zu beobachten waren, gehörten der Vergangenheit an, hieß es.

Im Schnitt 260 Euro pro Quadratmeter

Baugrundstücke in Österreich verteuerten sich im Jahresvergleich um 3,4 Prozent und lagen 2015 bei durchschnittlich 260,10 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleichszeitraum 2014 betrugen die Durchschnittspreise 251,20 Euro pro Quadratmeter, geht aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel 2016 hervor, der heute präsentiert wurde und sich auf Zahlen vom Vorjahr stützt. Einfamilienhäuser waren im Vorjahr in der Steiermark am günstigsten, die höchste Preissteigerung wiesen Eigenheime in Tirol mit 3,5 Prozent aus. Neue Eigentumswohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um 1,9 Prozent, gebrauchte um 3,8 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014.

Immobilienpreise in den LandeshauptstŠdten

Baugründe in Salzburg ziehen kräftig an

Aussagekräftig sind diese Mittelwerte aber nur bedingt. So zogen etwa die Preise für Baugründe im Bundesland Salzburg zwar kräftig an. Die Preise waren aber mit 414 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu den Städten Salzburg (955,70 Euro/m2) und Wien (615,20 Euro/m2), wo das Angebot an Bauland mehr als dürftig ist, günstig. Ähnlich hohe regionale Schwankungen sind bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen zu finden.

Mieten beruhigen sich

Die Bundeshauptstadt Wien, die eine jährliche Zuwanderungsrate von rund 80.000 Menschen aufweist, hat im bundesweiten Vergleich die meisten Mieterhaushalte. Zwei Drittel der Wiener zahlen einen Mietzins. Die Wiener Mieten haben sich gegenüber dem Vorjahr nur mäßig erhöht, erklärte Michael Pisecky, Obmann des Wiener Fachverbands der Immobilien und Vermögenstreuhänder. Im Jahresvergleich stiegen die Preise 2015 auf 9,40 Euro pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor waren noch 9,20 Euro netto für jeden Quadratmeter am privaten Wohnungsmarkt zu berappen. Die Preisveränderung am heimischen Immobiliensektor sei “als Marktberuhigung zu sehen”, erklärte er.

Betriebskosten und öffentliche Abgaben als Preistreiber

Österreichweit betrugen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Mietwohnungen im Jahr 2015 7,2 Euro (im Vergleich zu 7,1 Euro im Jahr 2014). Nicht die Nettomieten, sondern Betriebskosten und öffentliche Abgaben seien die Preistreiber beim Wohnen, versuchte Georg Edlauer, Obmann des Verbands, wachsender Kritik an der Mietpreissituation in der Bundeshauptstadt den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Zu wenig Wohnraum

Dennoch ist zu wenig Wohnraum vorhanden, was die Immobilienvertreter zum Teil am ungenügenden öffentlichen Wohnbau festmachten, zum Teil an fehlenden Regulierungen für den Ausbau, die Sanierung bzw. die Aufstockung bestehender Gebäude. Zugleich besitzt ein Drittel der Stadtbewohner Wiens kein Auto aufgrund gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur.

Ein Umstand, den sich Edlauers Stellvertreter, Gerald Gollenz, Fachgruppenobmann für die Steiermark, für mehr Ballungszentren wünscht. Die Ausdünnung am Land sieht Gollenz als besorgniserregend an. Von einer verbesserten Infrastruktur und mehr Bauland könnten auch andere Städte profitieren und ihre Umländer in Speckgürtel verwandeln.

(APA)

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