Zell am See: Drohnen sollen in Zukunft Almhütten beliefern

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Die Drohne wurde erfolgreich getestet.
Die Drohne wurde erfolgreich getestet. - © Naturfreunde Österreich
Die Versorgung von Hütten am Berg ist umständlich: Hubschrauberflüge sind teuer und aufwendig, Alternativen waren bisher aber rar. Nun sollen Drohnen einen Alternative bieten. Ein Test verlief auf der Schmittenhöhe in Zell am See (Pinzgau) nun erfolgreich. 

Die Naturfreunde und die IONICA (Kongress zur E-Mobilität, Zell am See 2018) präsentierten eine technische Innovation: eine E-Drohne die künftig, bei der Hüttenversorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern, den Hubschrauber ersetzen könnte. Die über drei mal drei Meter große E-Drohne ist ein Novum und wurde am Sonntag bei der Pinzgauer Hütte südwestlich der Schmittenhöhe bei Zell am See, erstmals in Österreich vorgestellt.

So verlief der Drohnen-Test in Zell am See

Um 12.45 Uhr war es soweit. Der erste Pilotflug einer E-Lastendrohne in Österreich wurde auf einer Seehöhe von 1.700 Metern durchgeführt. Die E-Drohne wurde mit einer etwa 50 Kilo schweren Metallkiste beladen und von Jānis Putrāms, dem lettischen Piloten der Erbauerfirma Aerones SIA, gestartet. Es klappte alles hervorragend – die E-Drohne schwebte Richtung Piesendorf und landete nach dem Testflug wieder punktgenau am vorgesehenen Start- und Landeplatz nahe der Pinzgauer Hütte, berichteten die Naturfreunde Österreich in einer Aussendung. Es gab viel Applaus und die vielen Zuschauer zeigten sich begeistert.

Die Freude war nach dem Testflug groß./Didi Kopf/Naturfreunde Die Freude war nach dem Testflug groß./Didi Kopf/Naturfreunde ©

Drohne fliegt selbstständig mit 100 Kilo Last

Diese E-Drohne kann bis zu 100 Kilo schwere Lasten transportieren. In der derzeitigen Testphase darf die Drohne jedoch nur mit 60 Kilo beladen werden. Die Route kann vor jedem Abflug mittels GPS-Daten festgelegt werden, somit müsste die Drohne zukünftig im Flug nicht mehr mit Sichtkontakt gesteuert werden. Die E-Drohne kann bei voller Beladung etwa zwölf Minuten fliegen. Bei weniger Last sind derzeit bis zu 20 Minuten möglich.

Fluggerät könnte Hüttenversorgung viel einfacher machen

Die Naturfreunde besitzen rund 140 Hütten in Österreich. Alle alpinen Vereine zusammen betreiben in Österreich etwa 440 Hütten, von denen manche nicht oder nur sehr schwer zugänglich sind. Diese Technologie könnte zukunftsweisend für eine umweltschonende Hüttenversorgung werden. „Tradition und Innovation lassen sich bei dieser neuartigen Idee sehr gut vereinen“, erklärte Günter Abraham, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich. Der Verein sieht sich für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in allen Lebensbereichen verantwortlich. „Die Naturfreunde wollen die moderne E-Technologie dazu nutzen, um eine geräuscharme, geruchslose und vor allem umweltschonende Versorgung für unsere Hütten in Zukunft zu gewährleisten“, so Abraham bei der Präsentation bei der Pinzgauer Hütte.

Begeistert zeigt sich auch Sophia Burtscher, Landesvorsitzende der Naturfreunde Salzburg und Hüttenwirtin der Rauchenbühelhütte. „Diese Technologie bietet eine große Chance für die Hüttenversorgung im hochalpinen Raum. Wir erwarten uns hier zukünftig flexiblere Belieferungsmöglichkeiten und eine Minimierung der Versorgungskosten, im Vergleich zur derzeitigen Hubschrauberversorgung“.

Technische Daten zur Drohne

  • Mögliche Last: in der Testphase bis 60 Kilo, in der Ausbaustufe bis 100 Kilo
  • Größe: 3,20 mal 3,20 Meter
  • Derzeit mögliche Einsatzzeit: ca. zwölf Minuten bei voller Beladung
  • Temperaturbereich: bis minus 20 Grad möglich
  • Geschwindigkeit: max. 120 km/h
  • Flughöhe: max. 1.000 Meter
  • Windgeschwindigkeit: max. 55 km/h
  • Steuerung: momentan lt. gesetzlichen Bestimmungen nur mit Sichtkontakt erlaubt

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