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27. August 2012 12:11; Akt.: 27.08.2012 12:11

Zoo Salzburg: Entkommener Luchs weiter auf der Flucht

Der Luchs ist am Sonntag aus seinem Gehege ausgebrochen. Der Luchs ist am Sonntag aus seinem Gehege ausgebrochen. - © FMT-Pictures/M.W.
Der Sonntag früh aus dem Salzburger Tiergarten entkommene Luchs “Vivious” befand sich am Montag weiter auf der Flucht.

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Die mit Einbruch der Dunkelheit eingestellte Suche nach dem eineinhalbjährigen Tier wurde am Montag ab 6.30 Uhr wieder fortgesetzt. “Wir konzentrieren uns derzeit auf Spuren am nahen Hellbrunner Berg”, betonte Zoosprecherin Christine Beck gegenüber der APA. “Der Luchs findet dort wegen der dichten Vegetation optimalen Deckungsraum.” Die Befürchtung, die Raubkatze könnte in der Nacht das Weite gesucht haben, dürfte sich zunächst nicht bestätigt haben.

Großangelegte Suchaktion

Rund 20 bis 25 mit Funkgeräten ausgestattete Helfer standen laut Beck am Montagvormittag im Einsatz und suchten Fußabdrücke vom Tier. Zootierarzt Jochen Lengger und Betriebsleiter Rupert Eckkramer seien zudem mit Betäubungsgewehren auf der Jagd nach dem Tier. Außerdem wird sich der Zoo aus dem bayerischen Nationalpark Berchtesgaden eine Kastenfalle ausborgen, in der ausgelegtes Futter den Luchs anlocken soll. “Eine Leihgabe, die bald bei uns eintreffen soll.” Der kleine Hellbrunner Berg, an dessen Westabbrüchen der Zoo liegt, wird momentan nicht von der Polizei abgeriegelt. Beck ersucht Schaulustige, die Arbeiten der Helfer nicht zu stören.

Mit dem deutschen Wildtier- und Blasrohrexperten Henning Wiesner, dem ehemaligen Direktor des Münchner Zoos Hellabrunn, steht auch ein prominenter Helfer im Einsatz. “Er hat eine ganz eigene, neue Technik der Betäubung mit dem Blasrohr entwickelt”, erklärte Beck. Wiesner war im Vorjahr auch bei der Betäubung der entlaufenen Kuh Yvonne in Bayern beteiligt.

Der Deutsche ist auch Mitglied der vom Zoo Salzburg eingesetzten Ad-hoc-Kommission, die am Montagvormittag klären sollte, wie der Luchs die Sicherungen des Geheges überwinden konnte. “Jetzt wird zunächst beurteilt, was da gestern eigentlich genau passiert ist und ob die Sicherheit des Geheges gewährleistet ist”, so Beck. Eine erste Stellungnahme der Kommission wird für den Nachmittag erwartet.

Der rund 14 Kilo schwere und 50 Zentimeter große “Vivious” befindet sich erst seit 7. August im Salzburger Zoo und ist am Sonntag gegen 8.30 Uhr offenbar bei der Reinigung seines Geheges durch eine Tierpflegerin erschrocken und trotz Stromsicherung und Überhang über einen dreieinhalb Meter hohen Zaun geklettert. Dann verkroch sich das Männchen im Dickicht auf dem Hellbrunner Berg. Zoomitarbeiter konnten sich dem Tier im Laufe des Nachmittags bis auf wenige Meter nähern, im verwachsenen Gelände war es aber nicht möglich, einen Betäubungspfeil abzuschießen.

Ausbruchsserie im Salzburger Zoo

Der aktuelle Vorfall ist nicht der erste im Salzburger Zoo: Zweimal sind in diesem Jahr bereits Raubkatzen aus ihrem Gehege in Hellbrunn ausgebüxt. Am 5. Juni rissen zwei weibliche Geparden aus, verließen das Tiergartengelände und marschierten Richtung Anif. Die Rufe der Mutter – und der Einsatz Dutzender Tierpfleger und Polizisten – hatten die beiden Ausreißer schließlich zur freiwilligen Rückkehr bewegt. Eines der beiden Tiere riss am 1. Juli neuerlich aus. Nach rund zehn Minuten konnte es wieder ins Gehege zurückgedrängt werden. Dieser Vorfall wurde erst zwei Wochen später bekannt. In der Folge wurde beschlossen, den Neubau der Geparden-Anlage vorzuziehen. Die Arbeiten sind inzwischen im Gang und werden voraussichtlich im Oktober abgeschlossen.

Kritik übte am Montag die Bürgerliste Salzburg (Anm.: die Grünen in der Stadt): “Was das Image des Zoos betrifft, ist es nach diesem Zwischenfall fünf nach zwölf. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung wurde mir versichert, dass bis auf die Geparden alle Tiere ausreichend gesichert seien”, betonte Bürgerlisten-Gemeinderat Bernhard Carl, selbst Mitglied im Aufsichtsrat des Zoos. “Entweder wurde hier nicht die Wahrheit gesagt oder der externe Sicherheitsexperte, auf den man sich berief, konnte ebenfalls die Situation nicht richtig einschätzten.” Carl erwartet sich bis zur nächsten Sitzung des Aufsichtsrates im September ein “wasserdichtes Sicherheitskonzept.”

(APA)



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