Zu hohe Stickoxid-Belastung in Salzburg

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Vor allem Diesel-Pkw sind für die Stickoxid-Belastung verantwortlich.
Vor allem Diesel-Pkw sind für die Stickoxid-Belastung verantwortlich. - © APA/AFP/Archiv
In allen Bundesländern außer dem Burgenland und Niederösterreich wurden im Vorjahr Grenzwerte bei der Stickoxid-Belastung überschritten. In Salzburg ging die Belastung zwar zurück, die Grenzwerte wurden trotzdem nicht eingehalten. Wo die Schadstoffe am höchsten sind und welche Gesundheitsschäden drohen, lest ihr hier.

Vomp in Tirol, Wien Hietzinger Kai und Linz Römerbergtunnel sind jene drei Messstellen mit der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung Österreichs, macht der VCÖ aufmerksam. Der Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid liegt bei 30 Mikrogramm plus 5 Mikrogramm Toleranzgrenze. Der Wert von 35 Mikrogramm wurde bei 17 Messstellen überschritten. “Alle Messstellen liegen in der Nähe stark befahrener Straßen. Hauptverursacher der gesundheitsschädlichen Stickoxide sind die Dieselabgase”, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen via Aussendung fest.

An diesen Orten ist Salzburg mit Stickoxiden belastet

Auch  in Salzburg wurde der Grenzwert überschritten. Die höchste Stickstoffdioxid-Belastung weisen die Messstelle Salzburg Rudolfsplatz  sowie in Hallein bei der A10 Tauernautobahn auf, die mit einem Jahresmittelwert von jeweils 45 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft klar über den Jahresgrenzwert liegt. Auch bei der Messstelle Salzburg A1 und Hallein bei der B159 wurde der Jahresgrenzwert überschritten. Anrainerinnen und Anrainer von Autobahnen und in den Städten die Bevölkerung entlang stärker befahrener Straßen sind einer hohen Schadstoffbelastung ausgesetzt – auch dort, wo es keine Messstellen gibt.

Diese Gesundheitsschäden drohen durch Stickoxide

Stickstoffdioxide verursachen massive Gesundheitsschäden. Sie verursachen Atemwegserkrankungen, beeinträchtigen die Lungenfunktion und verstärken Allergien. Für Personen mit Asthma und für Kinder sind Stickoxide besonders schädlich. Zudem tragen Stickoxide zur Ozon- und auch Feinstaubbelastung bei. “Dieselabgase enthalten besonders große Mengen an Stickoxiden. Messungen infolge des Dieselskandals haben gezeigt, dass neue Diesel-Pkw beim Fahren ein Vielfaches an schädlichen Stickoxiden ausstoßen als im Labor ermittelt wurde. Viele Menschen bezahlen für Tricksereien und Manipulationen von Herstellern mit ihrer Gesundheit, auch weil Kontrollbehörden in den Herstellerstaaten versagt haben”, erinnert VCÖ-Expertin Rasmussen. Das Umweltbundesamt hat vor kurzem festgestellt, dass die realen Stickoxid-Werte um ein Drittel höher sind als bisher angenommen wurde. So verursachen neue Diesel-Pkw laut Forschungsinstitut ICCT auf der Straße sogar doppelt so viele Stickoxide wie neue Lkw und Busse.

Zahl der Diesel-Pkw seit 1990 versechsfacht

Der VCÖ weist darauf hin, dass es in Salzburg bereits rund 177.000 Diesel-Pkw gibt, rund sechs Mal so viele wie noch im Jahr 1990. Österreichweit hat sich in diesem Zeitraum die Zahl der Diesel-Pkw von rund 400.000 auf 2,8 Millionen versiebenfacht. “Der Dieselboom hat Österreich den Klimazielen keinen Meter näher gebracht, aber große Probleme mit der Luftqualität beschert”, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Die Gesundheitsschäden verursachen den Betroffenen Leid und Schmerzen, belasten das Gesundheitssystem und die Betriebe infolge vermehrter Krankenstände. Trotz des Wissens um die Gesundheitsschädlichkeit von Dieselabgasen wird Dieseltreibstoff nach wie vor steuerlich begünstigt. Die Mineralölsteuer ist in Österreich um 8,5 Cent  pro Liter niedriger als auf Eurosuper.

Der VCÖ fordert zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung verstärkte Maßnahmen zur Verringerung des Kfz-Verkehrs.  Neben dem weiteren Ausbau des Öffentlichen Verkehrsangebots und der Radinfrastruktur ist auch Mobilitätsmanagement bei Betrieben und Wohnhausanlagen wirksam, um die Umweltbilanz der Mobilität zu verbessern. Ebenso ist durch eine verkehrssparende Raumordnung und durch die Förderung der Nahversorgung Autoverkehr vermeidbar. Zudem braucht es Anreize für Fahrgemeinschaften. Obwohl Autos zunehmend breiter, schwerer und PS-stärker werden, fahren immer weniger Personen im Auto mit. Derzeit sitzen in Österreich im Schnitt in 100 Autos nur 116 Personen, heißt es vom VCÖ abschließend.

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