Zurück zu den tiefen Tunes: Sting gastierte mitsamt Bass in Wien

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Mit 60 noch immer verdammt gut in Schuss: Sting. Mit 60 noch immer verdammt gut in Schuss: Sting. - © APA: Andreas Pessenlehner
Nochmal auf Anfang: “Back To Bass” hieß das Gastspiel, das als umfassender Rückblick auf das gut 25-jährige Soloschaffen von Sting eine ausverkaufte Wiener Stadthalle am Sonntag Abend bedeutete.

Wenn jemand ohnehin eine verdammt coole Ausstrahlung hat, und sich dann auch noch die tief-brummende Bass-Gitarre umhängt – tja, wie soll man als Fan da noch stillhalten können? So ging es den Wienerinnen und Wienern am Sonntag, den 19.2., als Sting mit seiner “Back to Bass”-Tour auf der Bühne der Wiener Stadthalle stand.

Gut zu wissen, dass er es noch immer drauf hat: Einfach saugute Musik machen. Viel Neues war aber nicht dabei. Doch das war wohl das Wesen einer retrospektiven Konzert-Überschrift.

Sting ging zurück zum Ursprung

Das wurde aber auch Zeit! Nach Abstechern ins Symphonische, Folkloristische und Mittelalterliche schwang der “Polizist” a. D. endlich wieder seinen Tieftöner (sichtlicht gebraucht, aber noch gut in Form), durchstreifte in feiner Spiellaune seinen Solokatalog inklusiver einer Handvoll Police-Nummern und hatte Mut zur Lücke: Kein einziger Titel seines 80er-Meisterwerks “Nothing Like The Sun” wurde wiederbelebt, und auch “Roxanne” erstrahlte nicht im Rotlicht der Scheinwerfer.

Dafür schimmerte eine lang verschollene Songperle, “End Of The Game” wie nur was, denn stimmlich – gestochen unscharf wie eh und je – präsentierte sich der charismatische Nordengländer in Bestform.”All This Time” eröffnete themengerecht die Zeitreise in die Zeitlosigkeit, die sich ausschließlich der Musik widmete. Sämtliche Songs wirkten ballastbefreit, die melodischen Kernsubstanzen schienen herausgeschält. Auch Bühne und Beleuchtung erfüllten lediglich Grundfunktionen: Stehen können und gesehen werden. Selbst Stings Outfit unterstrich die Geradlinigkeit des Gebotenen: Jeans und ein eng anliegendes T-Shirt, das die Fitness des 60-Jährigen betonte.

Wiedersehen macht Freude

So mancher Begleitmusiker bediente ebenfalls den Nostalgiefaktor. Nach langer Pause wieder mit dabei: Vinnie Colaiuta, einer der arriviertesten Session-Schlagwerker mit Hang zu hohem, selbstauferlegtem Schwierigkeitsgrad, begleitete Sting erstmals vor 20 Jahren. Noch länger musiziert Gitarrist Dominic Miller schon an des Meisters Seite, allerdings nahezu durchgehend. Miller brachte diesmal sogar sein Erbgut ein, versorgte doch Sohnemann Rufus die Darbietung mit Background-Vocals und Gitarre. Noch dazu haben Sting als Solist und besagter Rufus als Neugeborener nahezu zeitgleich den ersten Plärrer in die Welt getan.

Background glänzte mit Geige und Stimme die Australierin Jo Lawry, die schon bei der vorangegangenen “Symphonicities”-Tour ihr Organ spendete, und Peter Tickell erwies sich als virtuoser Violinist, vor allem bei den zwei sehenswerten Soli, wo er die Geigensaiten nahe an den Schmelzpunkt schmirgelte. Allerdings wurde unverzeihlicherweise der traditionelle Tastenmensch eingespart, und da gab es in der Vergangenheit durchwegs großartige. Und ganz zum Schluss, ganz allein, “Message In A Bottle”.

Mit rund 1.800 Konzerten in seiner Solokarriere ist Sting als volksnaher Superstar zu bezeichnen. Herumsitzen und Langeweile erträgt er nicht, somit wird die nächste Tour nicht lange auf sich warten lassen.

(APA/Red.)



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