Zwei Crystal-Meth-Labors ausgehoben

Akt.:
50 bis 100 Kilo Crystal Meth wurden wöchentlich produziert
50 bis 100 Kilo Crystal Meth wurden wöchentlich produziert - © APA (dpa)
Zwei Großlabors zur Herstellung von Crystal Meth sind in Tschechien und in den Niederlanden durch monatelange Ermittlungen ausgehoben worden. Ebenso wurde Rauschgift im Wert von rund acht Millionen Euro in Österreich, Deutschland und Tschechien von der dortigen Exekutive sichergestellt. Das teilte die Polizei in Halle im deutschen Sachsen-Anhalt am Mittwoch mit.

Das Netzwerk aus Drogenherstellern, Logistikern, Kurieren und Verkäufern der mehr als 50-köpfigen Tätergruppe soll in erster Linie Rauschgift für Deutschland aber auch für den österreichischen Suchtgiftmarkt vertrieben haben. Die beiden Großlabors mit einem geschätzten Produktionsvolumen von jeweils 50 bis hundert Kilogramm Crystal Meth pro Woche wurden samt Drogen und Grundstoffen lahmgelegt. Geleitet wurde die Aktion von einem internationalem Ermittlerteam.

Die Ermittler stellten in den letzten neun Monaten in den drei Ländern insgesamt mehr als 104 Kilo Crystal Meth, knapp drei Kilo Kokain, über zwei Kilo Amphetamin und drei Kilo Marihuana sicher. Die Drogen haben einen Straßenverkaufswert von rund acht Millionen Euro. 19 Verdächtige wurden in den drei Ländern festgenommen, ebenso flogen auch die zwei Drogenproduktionsstätten auf. Bundeskriminalamt-Sprecher, Vincenz Kriegs-Au kündigte der APA für morgen, Donnerstag, mehr Informationen an, was den österreichischen Aspekt der Ermittlungen betrifft.

Heute fanden laut Polizeidirektion Sachsen-Anhalt im Laufe einer Großrazzia weitere acht Festnahmen statt, fünf davon in dem ostdeutschen Bundesland – 250 Beamte waren dort alleine im Einsatz. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch fanden die Beamten zudem Waffen, mehrere hundert Schuss Munition, mehrere zehntausend Euro sowie Diebesgut.

Begonnen hatten die Ermittlungen im Juli 2014, als Spezialisten der Polizei in Halle erste Hinweise auf Einfuhren der synthetischen Droge Crystal Meth aus Tschechien nach Deutschland erhielten. Diese führten zu einer bosnisch-albanischen Tätergruppe, die teils aus dem Nachbarland heraus agierte. Daraufhin wurden auch in Österreich sowie in Tschechien Ermittlungen aufgenommen.

In dem internationalen Koordinierungsteam arbeiteten 30 Ermittler aus drei Ländern zusammen. Es wurde im Oktober 2015 eingerichtet, als die operativen Maßnahmen gegen die Gruppe immer komplexer wurden. Die zuständigen Staatsanwaltschaften aus Österreich, Deutschland, und Tschechien schlossen einen entsprechenden Vertrag, etwa zum Austausch von Beweismitteln. Ermöglicht wird dies durch die Rechtshilferegelungen innerhalb der EU.

(APA/AFP)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen