Zwei mutmaßliche FARC-Kämpfer in Kolumbien getötet

Vier Tage nach der Einigung auf einen neuen Vertragstext für ein Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla sind zwei mutmaßliche FARC-Kämpfer bei Kämpfen getötet worden.

Die Kämpfe seien im Süden der Region Bolivar im Norden des Landes ausgebrochen, sagte der Chefunterhändler der Regierung, der frühere Vize-Präsident Humberto de la Calle, dem Fernsehsender Caracol am Mittwoch. Die Streitkräfte bestätigten den Vorfall. Ein dritter Kämpfer sei festgenommen worden. Einwohnern der Region folge könnte es sich bei den Kämpfern demnach aber auch um Angehörige der zweitgrößten kolumbianischen Guerillagruppen Nationale Befreiungsheer (ELN) gehandelt haben.

Der Friedensprozess in Kolumbien durchläuft derzeit eine kritische Phase. Die FARC und die Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein historisches Friedensabkommen geeinigt, um den mehr als 50 Jahre dauernden Konflikt zu beenden. Am 26. September wurde der Vertrag unterzeichnet. Doch dann lehnte eine knappe Mehrheit der Bevölkerung den Vertrag Anfang Oktober in einem Referendum ab. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna. Inzwischen liegt ein neuer geänderter Vertragstext vor.

De la Calle sagte am Mittwoch, die seit dem 29. August geltende Waffenruhe mit der FARC sei brüchig. “Wir dürfen keine Zeit verlieren”, sagte der Unterhändler. Das neue Abkommen sei “eine Chance”, den Konflikt in Kolumbien zu beenden.

Die FARC-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst.

(APA/ag)

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