Zwei neue Galerien in Salzburg sollen Problemzone beleben

Die neue Stadtgalerie in Lehen wurde am Donnerstag offiziell eröffnet. Die neue Stadtgalerie in Lehen wurde am Donnerstag offiziell eröffnet. - © APA
Salzburg hat seit  Donnerstag zwei neue Räume für die bildende Kunst. Angesiedelt sind die “Galerie der Stadt Salzburg” sowie die Galerie “Fotohof” in einer der städte-architektonischen Problemzonen der Stadt, nämlich in Lehen.

Auf den ehemaligen Stadtwerkegründen hat die Stadt nicht nur 300 Sozialwohnungen gebaut. Außerdem sind in diesem vorstädtischen Viertel der Bau der neuen Volkshochschule, ein wissenschaftliches Kompetenzzentrum rund um die Privatmedizinische Universität (PMU) sowie die Ansiedelung einer Reihe weiterer Dienstleister geplant. Und seit heute hat Lehen zwei neue Kunst-Räume.

Neue Galierien: “Es kann etwas Besonderes wachsen”

In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesen neuen Galerien liegt die neue, zentrale Stadtbibliothek, das Salzburger Literaturhaus, die PMU und die Galerie Eboran. “Das Stadtwerkeareal liegt ganze drei Bus- und zwei S-Bahnstationen vom Zentrum entfernt. Da kann sowohl im sozialen als auch im künstlerischen Sinn etwas Besonderes wachsen”, sagte Bürgermeister Heinz Schaden (S) heute, Donnerstag, Vormittag bei der Pressekonferenz. “Jedenfalls ist Lehen jetzt nicht mehr das Alte.”

Stadtgalerie kostete 1,5 Mio. Euro

Die Galerie der Stadt Salzburg ist ein weißer Kubus, sieben Meter hoch, lichtdurchflutet und mit variablen Wänden und Fassaden ausgestattet. Für insgesamt 1,5 Mio. Euro hat Architekt Bernhard Vlay 220 Quadratmeter Ausstellungsfläche eingeplant, dazu kommen Nebenräume und ein kleines Lager. Je nach Bedarf kann Kurator und Galerie-Leiter Toni Gugg Natur- oder Kunstlicht einsetzen für seine fünf bis sechs Ausstellungen pro Jahr.

“In den alten Standorten der Galerie – dem Vogelhäuschen und dem Kunstpavillon im Mirabellgarten, dem alten Rathaus sowie den Amtsräumen am Mozartplatz – konnten wir weder Gruppen-Ausstellungen, noch Performances, Installationen oder spartenübergreifende Kunstprojekte präsentieren. All das ist jetzt möglich. Die Bedingungen für die Kunst sind hier wirklich gut.”

Das Budget der Galerie der Stadt ist mit 90.000 Euro (vorerst) fast gleichgeblieben, “wir bemühen uns, dass die Betriebskosten jetzt nicht stark steigen”, so Kulturamtsleiterin Ingrid Tröger-Gordon. Bürgermeister Schaden sagte, die Stadt werde sich an “plausiblen Notwendigkeiten” orientieren.

Neuer Standort für Galerie Fotohof

Keine hundert Meter weiter ist der neue Standort der Galerie Fotohof. Diese Galerie hat seine engen Räumlichkeiten in Nonntal aufgegeben und hat jetzt ein von Paul Rajakowics geplantes, ästhetisch ansprechendes, asymetrisches und 465 Quadratmeter großes Haus zur Verfügung. “Hier können wir nicht nur museal ausstellen, sondern vermehrt Dienstleister für die Fotografie sein”, erläuterte Fotohof-Leiter Rainer Iglar. “Unsere Fotoworkshops laufen fantastisch, endlich haben wir auch den Platz dafür.”

Bibliothek mit 10.000 Titeln

Neu und publikumsfreundlich wirken zudem die Bibliothek samt dazugehörenden Lese-Räumen. Die Bibliothek ist mit 10.000 Titeln zu einer der bedeutendsten Fotografie-Bibliotheken Österreichs gewachsen. “All das wird Salzburg als Fotografie-Zentrum Österreichs weiter stärken”, sagte Iglar, der mit seinem Team weiterhin etwa sieben bis zehn Ausstellungen im Jahr präsentieren und das Workshop-Angebot deutlich ausbauen will. (APA)



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