Zwei Oppositionsanhänger bei Demos in Kenia getötet

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Die Demonstranten krachten mit der Polizei zusammen
Die Demonstranten krachten mit der Polizei zusammen - © APA (AFP)
Bei Zusammenstößen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei sind in Kenia zwei Demonstranten getötet worden. Laut Berichten von Augenzeugen fielen am Freitag Schüsse, als hunderte Menschen trotz Demonstrationsverbot in der Heimatstadt von Oppositionsführer Raila Odinga vor einer Polizeiwache für freie Präsidentschaftswahlen demonstrierten.

Augenzeugen zufolge erlitt ein Oppositionsanhänger bei dem Vorfall in der Stadt Bondo einen tödlichen Kopfschuss, ein weiterer starb durch einen Schuss in die Brust. Ein Polizeisprecher bestätigte die beiden Todesopfer und erklärte, der Vorfall werde untersucht. In Kisumu 50 Kilometer östlich von Bondo wurden bei Demonstrationen laut der kenianischen Menschenrechtskommission 20 Menschen schwer verletzt, vier von ihnen durch Schüsse.

In Kenia ist die Lage knapp zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 26. Oktober äußerst angespannt. In einem für den afrikanischen Kontinent beispiellosen Schritt hatte der Oberste Gerichtshof des Landes den Wahlsieg von Amtsinhaber Uhuru Kenyatta wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt. In der Folge wurde für den 26. Oktober eine neue Präsidentschaftswahl angesetzt.

Oppositionskandidat Odinga hatte am Dienstag seine Kandidatur für die neuerliche Wahl zurückgezogen, weil notwendige Reformen des Wahlsystems nicht umgesetzt worden seien. Kenyatta hatte die Präsidentschaftswahl vom 8. August nach amtlichen Angaben mit gut 54 Prozent gewonnen – vor Odinga, auf den demnach knapp 45 Prozent der Stimmen entfielen.

Die Regierung hatte am Donnerstag ein Demonstrationsverbot in den drei größten Städten Nairobi, Mombasa und Kisumu erlassen und dies mit drohenden “Störungen der öffentlichen Ordnung” begründet. Die Opposition will dennoch weiter auf die Straße gehen.

In Kisumu setzte die Polizei am Freitag Tränengas gegen protestierende Oppositionsanhänger ein und gab Schüsse ab. In Mombasa trieb die Polizei Demonstranten mit Tränengas auseinander, in Nairobi verhinderte sie eine Oppositionsdemonstration ebenfalls mit Tränengas.

(APA/ag.)

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