Zweifacher Tankstellenräuber vor Gericht

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Zwei Tankstellenüberfälle mit einer Schreckschusspistole innerhalb von 22 Stunden sollen drei Männer im Dezember 2016 im Flachgau begangen haben. Am Montag mussten sie sich vor einem Schöffensenat am Landesgericht Salzburg dafür verantworten. Der 20-jährige Hauptbeschuldigte legte ein umfassendes Geständnis ab. Die anderen hätten ihn wegen Geldschulden dazu gedrängt, sagte er.


Am 8. Dezember um 2.20 Uhr wurde eine BP-Tankstelle in Bergheim-Lengfelden überfallen. Der 20-jährige Österreicher gestand ein, er habe sich deshalb diese Tankstelle ausgesucht, weil er dort bis Ende Oktober fast ein Jahr lang gearbeitet und deshalb die Örtlichkeit gut gekannt habe. Er wickelte sich einen Schal um den Kopf und bedrohte eine 53-jährige Mitarbeiterin mit einer Schreckschusspistole, die ihm seine Komplizen am Bahnhof in Salzburg besorgt hätten.

Beute nach Tankstellenraub in Bergheim verloren

Die Mitarbeiterin habe sich ein paar Sekunden erschreckt, als er die Waffe auf sie gerichtet habe, schilderte der Angeklagte. Nachdem er 1.200 Euro Bargeld aus der Kasse eingesteckt hatte, rannte er aus dem Shop. Dort versperrte ihm allerdings ein Paketzusteller den Weg und versetzte ihm couragiert einen Stoß. “Da habe ich mich erschreckt. Ich bin gestürzt und verlor die Beute.”

Nach dem gescheiterten Überfall startete er am späten Abend des 8. Dezember einen neuerlichen Versuch bei der Jet-Tankstelle in Elixhausen. Diesmal mit Erfolg. Mit einer Sturmhaube getarnt, richtete er die Schreckschusspistole auf einen Angestellten, der hinter der verschlossenen Eingangstüre aus Glas im Inneren des Shops den Fußboden wischte. Während sich der verängstigte Mitarbeiter im Büro versteckte, gelang es dem Täter, die Schiebetüre aufzuzwängen. Er öffnete die Kasse und stahl 685 Euro Bargeld sowie 100 Autobahn-Vignetten im Wert von rund 7.400 Euro. Anschließend flüchtete er.

Verdächtiger am 12. Dezember verhaftet

Da der Täter bei beiden Überfällen auffällig klein war, die gleiche Kleidung trug und auch die Waffe gleich aussah, gingen die Ermittler von Anfang an davon aus, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt. Nach der Befragung der überfallenen Tankstellen-Mitarbeiter und der Zeugen führte die Spur zu dem 20-Jährigen. Er wurde am 12. Dezember in Untersuchungshaft genommen.

Laut Staatsanwalt Robert Holzleitner haben sich an den beiden Überfällen auch noch ein 21-jähriger Russe und ein ebenfalls 20-jähriger Österreicher beteiligt. Sie wurden in U-Haft genommen. Die beiden sollen im Fluchtauto des Österreichers gesessen und von drei weiteren angeklagten Männern – es handelt sich um einen 20-jährigen Türken, einen 19-jährigen Österreicher und einen 24-jährigen Russen – beauftragt worden sein, die Schulden, die der Erstangeklagte beim Fünfangeklagten hatte, offenbar 100 Euro aus einem Drogengeschäft, einzutreiben. Das Verfahren wegen Nötigung und gefährlicher Drohung gegen diese Mitbeschuldigten wird morgen, Dienstag, in den auf drei Tage anberaumten Prozess einbezogen.

Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten betonte, dass der 20-Jährige durch sein Geständnis erheblich zur Aufklärung der Überfälle beigetragen habe. Der Anwalt des Zweitangeklagten zog eine Bestimmung zu der Tat in Zweifel und sagte, der Russe bekenne sich nicht schuldig. Es gebe zwar belastendes Beweismaterial, aber auch erhebliche Widersprüche. Zu kleineren Straftaten wie einem Einbruch bekenne sich der 21-Jährige jedoch schuldig. Die Verteidigerin des drittangeklagten Österreichers erklärte, der Mann sei zwar bei den beiden Überfällen im Nahbereich gewesen, er habe aber weder an den Taten mitgewirkt noch dazu etwas beigetragen. Ein Urteil durch den Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Bettina Maxones-Kurkowski wird am Donnerstag erwartet.

(APA/SALZBURG24)

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