Zweifel an Waffenruhe nach Angriffen in Nigeria

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Auch die Schulmädchen sind noch nicht frei
Auch die Schulmädchen sind noch nicht frei
Die angekündigte Freilassung von mehr als 200 nigerianischen Schülerinnen durch die Islamistenmiliz Boko Haram erscheint nach neuen Überfällen im Norden des Landes fraglich. Mutmaßliche Kämpfer von Boko Haram töteten bereits kurz nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die Regierung mindestens 18 Dorfbewohner, wie die Zeitung “Vanguard” am Sonntag berichtete.


Die nigerianische Armee hatte am Freitag erklärt, mit der Islamistenmiliz sei in langwierigen Verhandlungen eine Waffenruhe vereinbart worden. Auf dieser Basis seien Gespräche über die Freilassung der vor sechs Monaten im nördlichen Bundesstaat Borno entführten Mädchen im Gange. Die jüngsten Angriffe zeigten jedoch, dass von einer Waffenruhe keine Rede sein könne, sagten Sicherheitskräfte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Maiduguri, der Hauptstadt von Borno.

Bisher hat sich Boko Haram weder zu den Angriffen bekannt noch zu der am Freitag von der Armee verkündeten Waffenruhe geäußert. Beobachter schlossen nicht aus, dass Splittergruppen der Miliz oder Banditen die Überfälle verübten. Am Freitag hatte der nigerianische Präsidentenberater Hassan Tukur dem Sender Voice of America (VOA) gesagt, die Mädchen könnten am Montag freikommen. Später war in Regierungskreisen von “möglicherweise am Dienstag” die Rede.

Der Menschenrechtsaktivist Shehu Sani, der als Kenner von Boko Haram gilt und im Auftrag der Regierung mit der Gruppe verhandelt hatte, wies darauf hin, dass es bisher kein Wort von deren Führungsspitze über eine Waffenruhe gebe. “Jedwede Erklärung, die nicht vom Anführer der Gruppe selbst kommt, kann nicht als glaubwürdig betrachtet und wird nicht befolgt werden”, sagte er der Zeitung “The Call”.

Präsidentenberater Tukur und ein Rebellenvertreter namens Danladi Ahmadu, der sich als Generalsekretär von Boko Haram bezeichnete, sagten VOA in dessen Haussa-Programm, die Übergabe der Mädchen solle im Tschad erfolgen. Dem britischen Sender BBC sagte Tukur, er sei “vorsichtig optimistisch”, dass die Mädchen freikommen würden.

Dafür hatten sich weltweit zehntausende Menschen unter dem Slogan “Bring Back Our Girls” (Bringt unsere Mädchen zurück) eingesetzt. Unter ihnen waren die First Lady der USA, Michelle Obama, und die Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie.

Unklar blieb, welche Gegenleistung die nigerianische Regierung für die Freilassung erbringen würde. Die sunnitische Terrormiliz, deren Anschlägen bereits tausende Menschen zum Opfer fielen, hatte die Entlassung inhaftierter Kämpfer aus dem Gefängnis gefordert.

Boko-Haram-Terroristen haben bei Anschlägen auf Schulen, Märkte, Kirchen und Polizeiwachen tausende Menschen getötet. Ihr erklärtes Ziel ist die Errichtung eines Kalifats im überwiegend islamischen Norden Nigerias, in dem dann allein Vorschriften der Scharia-Gesetzgebung gelten sollen.

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