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168.000 Euro mit Neffentrick in Oberösterreich ergaunert

Rund 168.000 Euro hat eine bundesweit agierende Bande in Oberösterreich alleine im Monat Mai ergaunert. Das Landeskriminalamt hat nun ein führendes Mitglied der Gruppierung - einen 58-jährigen Polen - festgenommen.

Die Bande, der der 58-Jährige angehört, ist nach Auskunft der Polizei im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv und perfekt organisiert: In Polen wird eine Art Call-Center betrieben, von dem aus die Opfer angerufen und die Täter an Ort und Stelle benachrichtigt werden, erklärte ein Ermittler im Gespräch mit der APA. Die Fahnder haben mehrere weitere Personen im Visier und hoffen nach der Festnahme des Verdächtigen auf Hinweise.

Neffentrick geht "blitzschnell"

"Das geht blitzschnell", beschrieb der Polizist die Vorgehensweise der Gruppierung. Mithilfe von Telefon-CDs werden potenzielle Opfer - meist Frauen mit altklingenden Vornamen - ausfindig gemacht und angerufen. Beispielsweise Anna, Annemarie, Berta oder Cäcilia stünden dabei hoch im Kurs, so der Ermittler. Die Betrüger geben sich als Verwandte aus, erlangen das Vertrauen der Pensionisten und bitten sie um Geld. "Hat jemand angebissen, wird umgehend der Komplize vor Ort angerufen, um die Beute abzuholen", erzählte der Beamte. In Steyr hätten die Täter im Dezember vom ersten Telefonat bis zur Übergabe gerade einmal 13 Minuten gebraucht.

Allein 700 Betrugsfälle in Oberösterreich

Alleine in Oberösterreich wurden seit Jahresbeginn rund 700 Betrugsfälle mit dem Neffentrick angezeigt. Die Dunkelziffer liege weit höher, sagte der Fahnder, der Opfer dringend ersucht, sich zu melden. Die polnische Polizei zeige sich nur wenig kooperativ und argumentiere, dass Telefonieren alleine nicht strafbar sei. (APA)
(Quelle: S24)

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