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380 kV-Leitung: Verbund will Salzburger Landtagswahl abwarten

Salzburg – Die Regierung wird keinen Einspruch gegen das Salzburger Landeselektrizitätsgesetz einlegen. Das hat eine Sprecherin von Bundeskanzler Werner Faymann (S) gegenüber der APA bestätigt.

Damit dürfte der vom Verbund angestrebte Lückenschluss im Hochspannungs-Stromnetz vorerst vom Tisch sein. Das Salzburger Gesetz sieht nämlich vor, dass die vom Verbund geplante 380kV-Leitung teilweise unterirdisch verlegt werden müsste – und das ist dem Stromkonzern zu teuer. Der Verbund hofft nun auf eine Einigung nach der Landtagswahl.

Der Verbund – genauer seine Netzwerktochter Austrian Power Grid (APG) – unterhält in Österreich ein Stromleitungsnetz mit über 6.500 km Länge, davon fast 2.000 km 380 kV-Leitungen. Um die noch bestehenden Lücken im Hochleistungsnetz zu schließen, möchte der Verbund eine 160 km lange 380 kV-Leitung vom Kraftwerk Kaprun in den Hohen Tauern durch Salzburg bis nach Oberösterreich ziehen. Genehmigt wurde aber nur ein 46 km lange Teiltück von St. Peter am Hart (bei Braunau) bis Elixhausen (nördlich von Salzburg). Der Bau soll 2009 beginnen.

Für die restliche Strecke gilt das neue, im Vorjahr beschlossene Landeselektrizitätsgesetz, das die Errichtung von freistehenden Stromleitungen mit mehr als 110 kV Spannung erschwert. Demnach müssen 220 bzw. 380 kV-Leitungen vergraben werden, wenn sie sich mehr als 400 Meter an Bauland oder mehr als 200 Meter an einzelne Wohnbauten annähern. Nach Verbund-Angaben würde eine unterirdische Verkabelung Mehrkosten von 1,5 bis zwei Mrd. Euro verursachen, wogegen eine Freileitung nur 372 Mio. Euro kosten würde.

Daher liegt das Projekt auf Eis, auch der weitere Ausbau des Kraftwerks Kaprun wackelt. Die Industriellenvereinigung hat daher einen Einspruch der Regierung gegen das Landesgesetz gefordert und auch auf verfassungsrechtliche Bedenken verwiesen. Was die Möglichkeit einer Verfassungsklage angeht, zeigt man sich beim Verbund aber zurückhaltend. “Das ist eine von mehreren Möglichkeiten”, sagte eine Unternehmenssprecherin zur APA. Sie hofft auf ein gütliche Lösung nach der Landtagswahl am 1. März: “Wir warten jetzt die Wahlen ab und wir werden versuchen, nach den Wahlen eine konstruktive Gesprächsbasis mit der Salzburger Landesregierung zu finden.”

(Quelle: S24)

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