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Acht Salzburger Gemeinden müssen bei Bürgermeisterwahl "nachsitzen"

Für acht der 119 Salzburger Gemeinden - darunter die Stadt Salzburg - sind die Bürgermeisterwahlen vom 9. März noch nicht abgeschlossen. Keiner der Kandidaten konnte im ersten Anlauf die absolute Stimmenmehrheit erzielen. Die jeweils zwei Besten müssen daher am kommenden Sonntag, den 23. März, in die Stichwahl. Knapp 140.000 Menschen werden noch einmal in die Wahlzellen gerufen.

Landesweit hat die Volkspartei in der vergangenen Funktionsperiode in 94 Gemeinden den Bürgermeister gestellt, in einer weiteren gab es einen VP-nahen Ortschef. Und vieles deutet darauf hin, dass die Schar der schwarzen Ortschefs heuer noch größer wird: Denn schon am 9. März wurden in 91 Gemeinden ÖVP-Kandidaten gewählt, in 16 Bewerber der SPÖ (die 2009 auf 21 Bürgermeister kam) und in vier Kandidaten von "sonstigen Listen". Für die Stichwahl liegen in sechs der noch offenen acht Kommunen schwarze Bewerber teils klar in Front.

 

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So endeten die Gemeinderatswahlen 2014 in Salzburg.

 

Heinz Schaden in Stichwahl

Allerdings nicht in der Landeshauptstadt: Dort hatte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) schon im Vorfeld geahnt, dass angesichts von sieben Mitbewerbern seine Wiederwahl schon im ersten Wahlgang alles andere als eine "g'mahde Wies'n" sei. Der in den letzten 150 Jahren am längsten durchgehend amtierende Bürgermeister der Stadt brachte es am vergangenen Sonntag letztlich auf 45,3 Prozent, was zwar der "Absoluten" schon recht nahe kam, aber eben doch nicht reichte. 2009 hatte Schaden im ersten Anlauf um einen Zehntel Prozentpunkt mehr erhalten.

Preuner als Herausforderer

Bester Herausforderer war - wie schon vor fünf Jahren - Vizebürgermeister Harald Preuner von der ÖVP. Ihm schenkten am vergangenen Sonntag 19,5 Prozent der Wähler das Vertrauen - um 6,6 Prozentpunkte weniger als 2009. Damals konnte Preuner in der Stichwahl das bürgerliche Lager weitgehend hinter sich bringen, diese ging mit 53,7 zu 46,3 Prozent nur sehr knapp zugunsten von Heinz Schaden aus. Vor allem die niedrige Wahlbeteiligung in der Stichwahl und das Gefühl, es sei für ihn, Schaden, ohnedies schon gelaufen, hätten letztlich zu diesem knappen Ergebnis geführt, meinte der Bürgermeister. Ein ähnliches Szenario ist auch heuer denkbar.

Stichwahl in acht Gemeinden

Zurück an den Start heißt es auch in den Flachgauer Gemeinden Straßwalchen, Neumarkt und Seekirchen am Wallersee, in den Pinzgauer Orten St. Martin bei Lofer, Bruck an der Glocknerstraße und Rauris sowie in Wagrain im Pongau.

In Straßwalchen muss Ortschef Fritz Kreil (ÖVP) gegen seine frühere Parteifreundin und Vizebürgermeisterin Liselotte Winklhofer antreten. Winklhofer hatte im Vorfeld der Wahl die Partei verlassen und eine eigene Liste gegründet. Kreil kam im ersten Wahlgang auf 47,3 Prozent, seine Herausforderin brachte es auf 27,4 Prozent.

Vier Gegenkandidaten waren für die amtierende Bürgermeisterin von Seekirchen, Monika Schwaiger (ÖVP), im ersten Wahlgang eine zu große Hürde: Mit 41,3 Prozent muss auch sie in die Stichwahl. Ihr Kontrahent heißt Walter Gigerl, der es mit seiner Liste Lebenswertes Seekirchen als einziger Grüner im Bundesland in das "Finale" geschafft hat. Gigerl erreichte am 9. März 20,7 Prozent der Stimmen.

In Neumarkt trat Bürgermeister Emmerich Riesner (ÖVP) nicht mehr an. Sowohl ÖVP als auch SPÖ schickten neue Kandidaten ins Rennen, für keinen der beiden hat es im ersten Anlauf gereicht: Adolf Josef Rieger (ÖVP) erhielt 45,7 Prozent, Jan Christoph Schierl-Martinu (SPÖ) kam auf 31,2 Prozent.

Bereits zum zweiten Mal treten in St. Martin bei Lofer die beiden Cousins Bürgermeister Sepp Leitinger (ÖVP) und Willi Leitinger von der Wählergemeinschaft Pro St. Martin (WPS) in einer Stichwahl gegeneinander an. Der Sieger der Wahl 2009, Ortschef Willi Leitinger, brachte es heuer im ersten Anlauf auf 42,0 Prozent, sein Cousin auf 33,6 Prozent.

Auch in Bruck an der Glocknerstraße hat Bürgermeister Herbert Burgschwaiger (SPÖ) angesichts von drei Gegenkandidaten die Wiederwahl auf Anhieb verfehlt. Er erhielt 44,2 Prozent der Stimmen und blieb damit nur knapp vor seiner ÖVP-Herausforderin Karin Hochwimmer, die 40,9 Prozent einfuhr.

Etwas überraschend muss auch der Langzeit-Bürgermeister (25 Jahre) von Rauris, Robert Reiter (ÖVP), in die Stichwahl. Er kam über 43,7 Prozent nicht hinaus. In der Stichwahl am kommenden Sonntag fordert ihn Peter Loitfellner (SPÖ) heraus, der am 9. März 38,4 Prozent der Stimmen bekommen hat.

Ebenso unerwartet hat auch der Bürgermeister von Wagrain im Pongau, Eugen Grader (ÖVP) die Bestätigung im Amt schon im ersten Wahlgang verpasst. 47,1 Prozent der Wähler kreuzten seinen Namen an, sein erster Herausforderer Josef Kreuzsaler von der SPÖ brachte es auf 40,8 Prozent. (APA)

(Quelle: S24)

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