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Ägypten: Haft für Polizisten nach Tod von Blogger

Die Haftstrafe wurde verlängert Salzburg24
Die Haftstrafe wurde verlängert

Wegen der brutalen Tötung eines ägyptischen Bloggers im Juni 2010 sind am Montag zwei Polizisten zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Den Beamten wurde zur Last gelegt, dass sie den jungen Internetaktivisten Khaled Said nach einer willkürlichen Festnahme folterten und zu Tode prügelten. Said wurde zur Ikone jener Bewegung, die Langzeit-Diktator Hosni Mubarak Anfang 2011 zum Rücktritt zwang.

Die beiden Polizisten waren schon in einem ersten Prozess im Oktober 2011 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Kassationsgerichtshof hatte allerdings einen neuen Prozess angeordnet. Bei dem Richterspruch am Montag in Alexandria saßen die beiden Beamten in weißer Sträflingskleidung hinter einem Metallgitter auf der Anklagebank. Die Eltern Saids hatten 15 Jahre Haft gefordert. Die Anwälte der Polizisten kündigten an, erneut vor den Kassationsgerichtshof zu ziehen. Das Urteil vom Montag ist noch nicht rechtskräftig.

Said war im Juni 2010 in einem Internetcafe in Alexandria ohne nachvollziehbaren Grund festgenommen worden. Sein Tod hatte die Wut der prodemokratischen Protestbewegung auf die Polizei und den autoritären Machtapparat Mubaraks angeheizt. Auf einer Said-Gedenkseite auf Facebook war einer der ersten Aufrufe zur Revolte gegen Mubarak erschienen.

Im Internet waren damals Fotos aufgetaucht, die das zerschundene Gesicht der Leiche Saids zeigten. Dessen ungeachtet hatte die Polizei zunächst behauptet, er sei gestorben, weil er bei seiner Festnahme einen Beutel Drogen verschluckt habe.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.02.2021 um 11:38 auf https://www.salzburg24.at/archiv/aegypten-haft-fuer-polizisten-nach-tod-von-blogger-44896720

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