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AK: Belastung für Salzburgs Briefträger ist untragbar

Die Arbeitsbedingungen für Briefträger seien untragbar, so die AK. APA/HARALD SCHNEIDER
APAHDS03 - 27082007 - WIEN - OESTERREICH: ZU APA TEXT WI - THEMENBILD POST/BRIEFTRAEGER: Der Wagen eines Brieftraegers am Freitag, 24. August 2007 im 1. Wiener Gemeindebezirk. APA-FOTO: HARALD SCHNEIDER

Die Salzbuger Arbeiterkammer (AK) übt heftige Kritik an der Österreichischen Post AG und deren Arbeitsbedingungen: "Ein Zwölf-Stunden-Tag ist für viele Salzburger Briefträger keine Seltenheit. Die Grenzen der Belastbarkeit sind überschritten", so AK-Präsident Siegfried Pichler bei einem Lokalaugenschein.

AK-Präsident Siegfried Pichler informierte sich am Montag an Ort und Stelle in der Zustellbasis 5020 in der Jakob Haringerstraße in der Stadt Salzburg über die untragbaren Verhältnisse bei der Österreichischen Post AG. Begleitet wird er von Post-Gewerkschafter Franz Wallmann, der weiß, wo die Briefträger der Schuh drückt: „Die Rayons wurden ständig vergrößert, durch die Flut der Werbesendungen ist die ordnungsgemäße Zustellung vielfach nicht mehr möglich. Das ständige Personal muss tagtäglich bis zu 12 Stunden arbeiten!".

In den maximal zehn Stunden pro Tag, die die Zusteller laut Arbeitszeitgesetz im Einsatz stehen dürfen, ist die anfallende Arbeit nicht zu bewältigen. Es kommt zu großen Rückständen, die wieder von den ständigen Bediensteten für die das Arbeitszeitgesetz nicht gilt, aufgearbeitet werden müssen. Für diese Mitarbeiter heißt das, jeden Tag bis zu zwölf Stunden arbeiten.

Neue Briefträger hören schnell auf

Neue Mitarbeiter ergreifen bald die Flucht: Von zehn Neuaufnahmen hören sieben kurz nach der Einschulungsphase wieder auf. Sinnvolle Einschulungen, so ist Wallmann überzeugt, sind unter diesen stressigen Bedingungen ohnehin nicht mehr möglich.

Pichler: "Arbeitsklima katastrophal"

AK-Präsident Pichler zeigte sich nach seinem Betriebsbesuch entsetzt: „Das Arbeitsklima ist katastrophal, davon kann man sich ein Bild machen, wenn man vor Ort mit den Beschäftigten spricht." Eine Veränderung ist nicht absehbar. Das belastet die Mitarbeiter neben dem physischen Druck auch psychisch. „Viele haben das Gefühl, dass wenig Aussicht auf Veränderung besteht", sagt Wallmann.

Postmanagements verschärft Gangart

Im Gegenteil, die Gangart wird seitens des Postmanagements offensichtlich verschärft: Postchef Georg Pölzl hat die Einführung eines Leistungslohnes für Briefträger andiskutiert. „Besser wäre man streicht den Postchefs die Erfolgsprämien wegen mangelnden Erfolgs", sagt Wallmann und Pichler fordert: „Die Zustellung ist mehr als ausgereizt. Es ist Zeit für einen Kurswechsel: Neue Standorte auf- statt zusperren. Personal aufstocken statt abbauen. Faire Löhne statt Lohndumping." Der AK-Präsident weiter: „Wovor wir vor dem Börsegang der Post immer gewarnt haben, tritt jetzt ein. Es zählt nur mehr der Gewinn und nicht mehr der Arbeitnehmer. Die neuen Vorgaben dienen allein den Aktionären, die Menschen bleiben über."

Pichler: „Menschen sind keine Maschinen, das Postmanagement ist gefordert hier endlich etwas zum Positiven zu verändern, anstatt den Druck immer weiter zu verschärfen."

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