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AK: Lage am Arbeitsmarkt Tennengau weiter kritisch

Tennengau -Zum Auftakt der AK-Bezirkstage präsentierte Siegfried Pichler am Mittwoch die aktuellen Daten und Fakten für den Tennengau. Die Zahl der Arbeitslosen sei durch die Auswirkungen der Wittschaftskrise per Jahresfrist um knapp 90 Prozent gestiegen, berichtete der AK-Präsident.

Der Tennengauer Arbeitsmarkt im Jahr 2008 hatte zwei Gesichter. Während in der ersten Hälfte des Jahres die Zahlen noch sehr positiv waren und ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosen beobachtet werden konnte, wurde durch die einsetzende Wirtschaftskrise diese positive Entwicklung aufgefressen. Der traditionelle Industriebezirk Tennengau hat schwer zu kämpfen: M-real-Desaster, das Aus bei Johnson&Johnson und das alles zu Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise. Prognosen sind nur schwer möglich und die aktuellen Daten sind erschreckend.

Ende März 2009 zählte die Arbeiterkammer im Tennengau 1.403 Arbeitslose. Die Arbeitslosenzahl ist damit per Jahresfrist um 656 Personen, also knapp 90 Prozent, dramatisch angestiegen. Damit lag der Tennengau noch über dem Landesschnitt von 60,5 Prozent. Zurzeit sind etwa 700 Personen über das Frühwarnsystem beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet, beziehungsweise haben ihren Arbeitsplatz schon verloren. Ein großer Teil davon (480 Betroffene) ist auf die Arbeitsplatzreduktion bei M-real zurückzuführen. Durch die Betriebsstilllegung von Johnson&Johnson sind ebenfalls bereits 130 Personen arbeitslos geworden. Dazu kommt: In Tennengauer Betrieben arbeiten gegenwärtig rund 140 Personen in Kurzarbeit. Insgesamt ist zu befürchten, dass diese negativen Auswirkungen noch nicht zum Stillstand kommen werden.

AK-Präsident Siegfried Pichler: „Jammern nützt nichts. Jetzt müssen alle Kräfte gebündelt werden, man muss über Parteigrenzen hinweg zusammenhalten und dafür kämpfen, dass die Krise so bald wie möglich bewältigt und überwunden ist!” Dies fordert Pichler ebenso auf Landesebene. Parteipoltische Zusammenarbeit ist wichtig, da man nur so eine Chance hat, die Krise zu überwinden.

Dass es sich für Arbeitnehmer lohnt, bei der Arbeiterkammer Rat und Hilfe zu suchen, zeigt die Bilanz 2008 der Tennengauer Bezirksstelle in Hallein. Othmar Praml, Leiter der AK-Bezirksstelle: „Wie die Praxis zeigt, wird immer wieder versucht, rechtmäßig zustehende Gelder den Arbeitnehmern vorzuenthalten. Dabei wird die Wirtschaftskrise als Argument vorgeschoben, um Lohnkürzungen oder Mehrleistungen zu erreichen. Auffallend ist es unter anderem auch, dass geringfügig Beschäftigten immer wieder das Urlaubsentgelt vorenthalten wird – das steht ihnen allerdings gesetzlich zu!” Insgesamt wurden 2008 von der AK Tennengau für die Arbeitnehmer durch Interventionen (196) fast 85.700 Euro hereingebracht. Die Klagssumme für 59 Klagen beläuft sich auf rund 326.500 Euro, durch abgeschlossene Verfahren wurden knapp 350.980 Euro hereingebracht.

Trotz der Misslage im Tennengau kann man eine positive Bilanz ziehen: Wer Arbeit hat, verdient noch gut. Mit 2.162 Euro liegt der Tennengau knapp vor dem Flachgau (2.146 Euro) an erster Stelle im Einkommensranking des Bundeslandes (Jahr 2007).

 

(Quelle: S24)

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