Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

AK Salzburg: "Pleitestaat darf nicht auf dem Rücken der Kleinen saniert werden"

"Die kleinen heimischen Sparer in Zypern gehören geschützt", fordert Pichler. Neumayr/MMV /Archiv
"Die kleinen heimischen Sparer in Zypern gehören geschützt", fordert Pichler.

Um den maroden Inselstaat Zypern zu sanieren, sollen nun die Bürger direkt für die Rettung eines Pleite-Staats zur Kassa gebeten werden. „Es darf nicht sein, dass die EU-Banken nach Platzen der Spekulationsblase mit Unsummen öffentlicher Mittel rettete und nun kleinen Sparern und Pensionisten das Geld weg nimmt!“, kritisiert AK-Präsident Siegfried Pichler.

„Wenn die EU so handelt, ist dann unser Geld noch sicher? Heute Zypern, welches Land folgt morgen? Solche Geistesblitze gehören von Anfang an unterbunden!“, zeigt sich Pichler empört.

Bürger finanzieren Staatspleite

Das EU-Hilfspaket für Zypern sorgt für großen Wirbel. Denn nun müssen die Bürger unmittelbar für die Rettung eines Pleite-Landes mitzahlen. Und zwar  in Form einer Zwangsabgabe auf alle Bankkonten: für alle Einlagen unter 100.000 Euro 6,75 Prozent, für darüber liegende Beträge 9,9 Prozent.

„Das ist empörend. Multi-Milliardäre wie Roman Abramovic und Alisher Usmanov, die auf Zypern pralle Konten besitzen,  sollen nicht sehr viel mehr bezahlen, als die kleinen Sparer“, sagt Pichler. Das Magazin „Forbes“ schätzt, dass reiche Russen bis zu 35 Milliarden Dollar auf der Insel deponiert haben. Ein Drittel der Konten bei zypriotischen Banken sollen Russen gehören.

Austro-Promis haben Konten auf Zypern

Im Übrigen ist Zypern auch für einige Österreich-Promis Drehscheibe vieler Deals: Peter Hochegger ließ die BUWOG-Provision über die Zypern-Firma Astropolis laufen. Investor Martin Schlaff registrierte in Zypern die Holdenhurst Limited. In Karl-Heinz Grassers Firmengeflecht taucht Zypern auf. Und Immo-Tycoon René Benko hat ebenfalls Zypern-Verbindungen.

Pichler fordert:  „Im Fall Zypern muss die EU eine Einlagensicherheit gewähren, wie wir sie in Österreich kennen!“. Bei uns sind die Guthaben unter 100.000 Euro unantastbar!  Die kleinen heimischen Sparer in Zypern gehören geschützt, während die fremden milliardenschweren Anleger ruhig höher zur Kasse gebeten werden sollen, denn sie haben ihr Geld schließlich freiwillig und steuerschonend im Ausland geparkt und müssen nicht „gerettet“ werden.  

Bleiben die EU-Bürokraten bei ihrem Zypern-Plan setzen sie das ganze gute Modell eines Vereinten Europas aufs Spiel: „Denn wer solche Ideen hat, verliert das Vertrauen der Menschen!“, sagt Pichler.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.06.2019 um 07:33 auf https://www.salzburg24.at/archiv/ak-salzburg-pleitestaat-darf-nicht-auf-dem-ruecken-der-kleinen-saniert-werden-42703354

Kommentare

Mehr zum Thema