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Alpine möchte Stadion in Russland bauen

Der Salzburger Baukonzern Alpine liebäugelt nun mit Russland, Austragungsort, der Fußball-WM 2018, über den Neubau von Sportarenen.

Der Baukonzern Alpine mit Sitz in Salzburg hat in den vergangenen acht Jahren weltweit elf Sportarenen errichtet. 2010 und 2011 wurden drei Stadien in Polen mit einem Bauvolumen von insgesamt 605 Mio. Euro für die diesjährige Fußball-EM fertiggestellt. Jetzt liebäugelt das Unternehmen mit Russland, Austragungsort der Fußball-WM 2018. Der bei Alpine für den internationalen Sportstättenbau verantwortliche Martin Emberger (39) geht davon aus, dass für die Weltmeisterschaft neun bis zwölf Stadien teils neu gebaut, teils erweitert werden. "Ein Stadion in Russland zu bauen, das wäre unser Wunsch", sagte der aus Salzburg stammende Diplomingenieur im APA-Gespräch. Emberger ist seit einem Jahr zwecks Akquisition am russischen Markt aktiv. Jedes zweite Wochenende bereist er das Land mit einem Team, ein Übersetzer hilft bei der Überbrückung von Sprachbarrieren. Ziel ist, das Unternehmen zu positionieren und mindestens einen Auftrag an Land zu ziehen. Das Organisationskomitee der Russischen Föderation wird in den nächsten zwei Jahren Aufträge vergeben. "Zäh und ausdauernd muss man da schon sein, belastbar und flexibel", gesteht der Absolvent der Technischen Universität Wien ein.

Ausschreibungsmodalitäten in Russland noch unbekannt

Die Ausschreibungsmodalitäten in Russland seien noch völlig unbekannt, sagte der Salzburger. Dort gebe es vor allem Leichtathletik-Stadien für 70.000 bis 100.000 Zuseher, doch diese würden den Anforderungen, die neue Generationen von Stadien wie München und Warschau erfüllten, nicht gerecht. "Von jedem Sitzplatz aus hat der Zuseher eine extrem gute Sichtlinie auf das Spielfeld. Ausgestattet sind diese Arenen auch mit neuen Medien und den von der FIFA und UEFA auferlegten Sicherheitsstandards." Warum der Baukonzern hoffnungsvoll nach Russland blickt, begründet Emberger mit dem Know-how im Sportstättenbereich und den Referenzen von Alpine. "Jede Baufirma kann ein Stadion bauen. Aber das Wissen, wie man es am besten macht, kommt durch die Erfahrung und die Fehler, die man hoffentlich nur einmal gemacht hat. Die Herausforderung ist die schiere Größenordnung und die Logistik, jeder Handgriff wird tausendfach gemacht. Wenn ich von dem geplanten, fertigen Produkt nicht zurückdenke bis in die Baugrube, mache ich Fehler, die mir zum Schluss auf die Füße fallen - du musst wissen, wie jeder Schritt funktioniert und welchen Einfluss er auf den nächsten Schritt hat."

Allianz Arena in München von Alpine errichtet

Die von Alpine errichtete Allianz Arena in München - sie wurde 2005 eröffnet - habe sicherlich Strahlkraft auf potenzielle Kunden gehabt, meinte der Stadienverantwortliche. Im Anschluss daran zog der Konzern den Auftrag für den Bau eines Kricket-Stadions in Dubai an Land, weitere Kooperationen im Mittleren Osten sollten folgen. Alpine ist neben den Ländern im Mittleren Osten vorwiegend in Zentral- und Südosteuropa präsent. Für den Salzburger, der seit 1997 bei Alpine beschäftigt ist, sind die Bemühungen in Russland ein Deja-vu-Erlebnis: Polen "besuchte" er ein Jahr lang, stellte den Konzern und das Portfolio den städtischen Verwaltungen, Bürgermeistern und Bauämtern vor und knüpfte Kontakte mit dort angesiedelten Baufirmen. "Ohne die Ressourcen schaffst du es nicht von null auf hundert, man ist auf Kooperationen angewiesen. Du bist da eigentlich im diplomatischen Dienst unterwegs, darfst dich nie in interne Angelegenheiten mischen, bist immer Gast in dem Land." Trotz dieser Kenntnis verging dennoch ein Jahr, bis der Salzburger in Polen nach drei misslungenen Versuchen das erste Angebot legen konnte - für das Städtische Stadion in Posen, das von 2008 bis 2010 errichtet wurde. "In Russland dauert die Bauzeit wegen des harten Winters länger, auch die unterschiedlichen Zeitzonen sind eine Herausforderung."

Alpine bei Fußball EM 2012 mit über 50 Prozent beteiligt

Alpine stemmte in Polen für die Fußball-EM 2012 mit Subunternehmen zwei weitere Stadien aus dem Boden: Die PGE Arena in Danzig und das Nationalstadion Warschau. An den Auftragsvolumen war Alpine jeweils mit über 50 Prozent beteiligt. Als für die Akquisition und Auftragsdurchführung Verantwortlicher brachte Emberger drei Jahre lang mindestens einen Tag pro Woche in den Containerdörfern der drei Baustellen zu. "Einen Sektor bauten wir mit unseren Mitarbeitern selbst, um die Subunternehmen anlernen zu können." Am Bau des Stadions in Warschau beteiligten sich insgesamt rund 4.500 Beschäftigte, 480 stammten aus dem Alpine-Konzern. (APA)
(Quelle: S24)

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