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Arbeiterkammer: Viele Lehrlinge werden ausgebeutet

Salzburg – Viele Lehrlinge in Salzburg arbeiten für einen “Hungerlohn”. Das kritisiert die Arbeiterkammer (AK) am Dienstag in einer Aussendung. Eine junge Salzburgerin beispielsweise hätte im Monat gerade einmal 206 Euro brutto bekommen.

Die junge Salzburgerin wurde in einem Salzburger Betrieb für das Gewerbe der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure ausgebildet. Eine von rund 100 Lehrlingen in dieser Sparte. Für ihre Arbeit erhielt sie im Monat ganze 206,11 Euro brutto, sprich 182,97 Euro auf die Hand.

„Die Jugendlichen können mit so einem lächerlichen Betrag nicht auf eigenen Beinen stehen und werden komplett in die familiäre Abhängigkeit gedrängt!”, beanstandet Gabriele Indinger vom AK-Jugend- und Lehrlingsschutz.

Die Arbeiterkammer hatte sich um den Fall angenommen. Lapidar erklärte der Dienstgeber, es gebe keinen Kollektivvertrag. Das ist richtig, die Wirtschaftskammer empfiehlt jedoch ihren Arbeitgebern, eine Lehrlingsentschädigung wie bei den Friseurlehrlingen zu bezahlen. Diese beträgt aber seit dem heurigen Februar 342 Euro brutto. „Doch selbst dieser Mindestlohn wurde im Fall der 17-jährigen Salzburgerin um 35 Prozent unterschritten!”, so Indinger. Das Beschäftigungsverhältnis wurde inzwischen einvernehmlich aufgelöst.

Die Arbeiterkammer ruft jetzt die Arbeitgeber auf, ihren Lehrlingen einen “ehrliche” Mindestentschädigung zu bezahlen. „Es braucht daher endlich wieder einen adäquaten Kollektivvertrags-Mindestlohn für Kosmetiker, Masseure und Fußpfleger – und eine Wirtschaftskammer, die nicht nur Empfehlungen ausspricht, sondern ihre Mitglieder zu Kollektivvertrags-Abschlüssen bringt”, forderte AK-Präsident Siegfried Pichler und erinnert an den Vorschlag des ÖGB, eine generelle Mindestentschädigung für Lehrlinge – im 1. Lehrjahr zum Beispiel 400 Euro monatlich.

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.05.2021 um 03:49 auf https://www.salzburg24.at/archiv/arbeiterkammer-viele-lehrlinge-werden-ausgebeutet-59614222

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