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Arbeitsgerichtliches Verfahren Jara vs. Red Bull fortgesetzt

Der Prozess Jara gegen Red Bull ist in die nächste Runde gegangen. Der Richter sprach von “diffizilen Rechtsangelegenheiten”. Parteien streben Vergleich an: Mediator wird eingesetzt

Das arbeitsgerichtliche Verfahren in dem Kurt Jara, Ex-Trainer von Fußball-Vizemeister Red Bull Salzburg, gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber prozessiert, ist am Donnerstag am Innsbrucker Landesgericht fortgesetzt worden. Jara kämpft vor Gericht um rund 1,22 Millionen Euro Gehalt, das ihm seiner Meinung nach zu Unrecht vorenthalten wird. Die Entlassung sei rechtsunwirksam, argumentierte Jaras Anwalt Karl Schelling.

Die Entlassung Jaras sei schriftlich und per E-Mail jeweils ausdrücklich erfolgt. Darüber hinaus sei diese auch öffentlich kommuniziert worden. Der Kläger könne damit “keinen vernünftigen Grund” gehabt haben, daran zu zweifeln, meinte der Rechtsvertreter von Red Bull, Peter Vogel, am Donnerstag vor dem Zivilrichter.

Darüber hinaus führte Vogel zahlreiche Verfehlungen Jaras an, die erst nach der Entlassung bekannt geworden seien. Dabei ging es vor allem um überhöhte Transfersummen für Spieler. Jara habe sich damit als “vertrauensunwürdig” erwiesen und die Entlassung sei schon aus diesem Grund gerechtfertigt. Der Vorstand von Red Bull Salzburg sei über die tatsächlichen Transfersummen sehr wohl informiert gewesen, entgegnete Schelling. Zivilrichter Theodor Tötsch sprach von einer “diffizilen Rechtsangelegenheit”.

Red Bull Salzburg, aktueller Tabellenführer und Titelfavorit der Bundesliga, hatte den damaligen Trainer Jara Anfang Juni 2006 wegen angeblicher Ungereimtheiten bei Spielertransfers gefeuert. Danach klagte Jara den Verein u.a. wegen 1,22 Mio. Euro entgangenen Gehalts. Red Bull brachte daraufhin Widerklage ein und will nun feststellen lassen, dass Jara für einen allfälligen Schaden aus den in seiner Ära getätigten Transfers zu haften hat. Diese Widerklage war vorerst noch kein Thema bei der Verhandlung am Donnerstag.

Red Bull Salzburg hatte bereits während der gerade ablaufenden Winterpause Selbstanzeige bei der zuständigen Spielervermittler-Kommission des ÖFB wegen früherer Spielertransfers erstattet. Der Verein hat dabei zugegeben, nicht alle Bestimmungen des FIFA-Reglements im Zusammenhang mit Spielervermittlern eingehalten zu haben.

Es handle sich dabei um insgesamt acht Fälle, die in den Jahren 2005 und 2006 abgewickelt worden seien, hieß es damals. In zwei internationalen und sechs nationalen Transfers sollen Manager oder Berater im Spiel gewesen sein, die über keine FIFA-Lizenz verfügten. Die österreichischen Übertritte wurden mittlerweile an den Bundesliga-Senat II (Schlichtungsstelle) und die internationalen Transaktionen an den Weltverband FIFA weitergeleitet.

(Quelle: S24)

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