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Arbeitslosigkeit in Salzburg um zwei Prozent gestiegen

Erstmals seit 18 Monaten kontinuierlichen Rückgangs meldet das Arbeitsmarktservice Salzburg (AMS) mit Ende August einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit um zwei Prozent (177 Personen) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Mit Ende August waren in Salzburg 9.017 Menschen ohne Job. Dem stehen 3.029 offene Stellen gegenüber. Die Gesamtzahl der unselbstständig Beschäftigten beträgt rund 245.000 Personen. Salzburg liegt mit einer Arbeitslosenquote von lediglich 3,6 Prozent damit auch im August vor Oberösterreich bundesweit an der hervorragenden ersten Stelle.

Weiterhin rückläufig sind die Schulungsmaßnahmen. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Schulungsteilnehmer um 9,6 Prozent auf nunmehr 2.187 Personen. Ebenfalls gesunken ist die Langzeitarbeitslosigkeit, und zwar um sieben Prozent auf nunmehr 198 Personen. Gestiegen ist die Zahl der Lehrstellensuchenden, und zwar um 4,3 Prozent auf 392 Personen. Dem steht gleichzeitig ein starker Anstieg an offenen Lehrstellen um 20,2 Prozent gegenüber. Mit Ende August waren 875 offene Lehrstellen beim AMS gemeldet.

Ein Anstieg von 5,8 Prozent oder 105 Personen war dagegen bei den über 50-Jährigen zu verzeichnen. "Laut AMS nehmen die gesundheitlichen Einschränkungen in dieser Altersgruppe zu. 151 Personen mehr als im Vorjahr waren aus diesem Grund nur mehr eingeschränkt vermittelbar", zeigte sich Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller besorgt. "Schon 2010 haben wir im Territorialen Beschäftigungspakt erste Maßnahmen gesetzt, um die Problematik von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu analysieren. Das EU-Parlament hat beschlossen, das Jahr 2012 zum 'Europäischen Jahr für aktives Altern' auszurufen. Wir werden in Salzburg ein Bündel schnüren, um konkrete Maßnahmen umzusetzen", so Burgstaller. Im Europäischen Jahr für aktives Altern geht es um die Durchsetzung besserer Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen für die zunehmende Zahl älterer Menschen in Europa sowie um Maßnahmen zur gesundheitlichen Prävention.

Die EU befindet sich in einem Prozess starker demografischer Alterung. Ab 2012 wird in Europa die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter abzunehmen beginnen, während die Zahl der über 60-Jährigen jährlich um etwa zwei Millionen zunehmen wird. Der stärkste Druck wird zwischen 2015 und 2035 erwartet, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand eintreten werden.

"Für Österreich bedeutet das konkret: Ab 2020 wird die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen erstmals den größten Anteil der Menschen im Erwerbsalter darstellen, während gleichzeitig die Zahl der 15- bis 24-Jährigen um rund 90.000 abnehmen wird. Der Anteil der Menschen, die im aktiven Arbeitsleben stehen, wird höher - bereits seit 2005 ist jeder zweite Beschäftigte in österreichischen Betrieben mehr als 40 Jahre alt", umreißt Landeshauptfrau Burgstaller die Entwicklung.

"Als Vorsitzende des Territorialen Beschäftigungspakts ist es mir ein zentrales Anliegen, konkrete Maßnahmen einzuleiten. Derzeit finden erste Gespräche mit dem Gesundheits- und Sozialressort statt, um ein sinnvolles Bündel zu schnüren. Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bringen viel an Erfahrungswissen ein, benötigen jedoch gleichzeitig andere Rahmenbedingungen als jüngere Menschen. Auch das Gesundheitsthema spielt hier eine wichtige Rolle. Die Sozialpartner müssen in die Pflicht genommen werden, aber auch in den Unternehmen muss entsprechend reagiert werden", so Burgstaller abschließend.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2021 um 07:06 auf https://www.salzburg24.at/archiv/arbeitslosigkeit-in-salzburg-um-zwei-prozent-gestiegen-59263666

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