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Arbeitsmarkt: Salzburg 2008 mit blauem Auge davongekommen

Rein statistisch herrscht am Salzburger Arbeitsmarkt noch Vollbeschäftigung. Doch die prognostizierte Krise macht sich bemerkbar: Das Plus an Beschäftigung führt nicht mehr zu einem Rückgang, sondern zu einer Stagnation der Arbeitslosenquote.

2008 betrug die Arbeitslosenquote im Bundesland Salzburg 3,9 Prozent, die Beschäftigung stieg um 2,5 Prozent auf 237.947 Personen. Für das laufende Jahr rechnet AMS-Chef Steinlechner mit einem Rückgang des Bruttoregionalprodukts um 0,5 Prozent und damit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit von 15 Prozent. Das würde in Salzburg 2009 eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent bedeuten. Während die im Sommer 2008 gekündigten rund 500 Mitarbeiter, die von der Schließung des Gurteherstellers TRW in Bergheim betroffen waren, vom Arbeitsmarkt noch zum großen Teil aufgesogen wurden und wieder Beschäftigung haben, sieht es für die derzeit von Kündigungen und Schließungen betroffenen Menschen schlechter aus. Ein Indikator: Im Bundesland Salzburg gibt es rund 3.600 Leiharbeiter – 500 von ihnen wurden in den vergangenen Wochen als arbeitslos gemeldet, berichtete Steinlechner. Auch bei den Implacementstiftungen verzeichnet das AMS große Zuwächse: Ende 2008 waren 240 Menschen in solchen Qualifizierungsprogrammen – um 70 bis 80 Personen mehr als Ende 2007. Für 2009 wird die Zahl der Plätze in Implacementstiftungen auf 350 ausgeweitet. In Schulungen befanden sich mit Jahresende 2008 rund 1.750 Salzburger – um fünf Prozent mehr als Ende 2007.

Angesichts der Entwicklung sei es ein Glücksfall, dass Salzburg eine starke klein- und mittelständische Wirtschaft und relativ wenig große Industriebetriebe habe. “Wir stehen auf mehreren Beinen”, waren sich AK-Präsident Siegfried Pichler und WK-Präsident Julius Schmalz einig. So seien bei allen Betrieben im Bundesland Salzburg zusammengezählt weniger Menschen von Kurzarbeit betroffen als allein bei der voest. Die Vertreter der Sozialpartner wollen die nächsten Monate für Aus- und Weiterbildung nützen, damit beim Anspringen der Konjunktur qualifizierte Facharbeiter verfügbar sind.

Insgesamt ist der Salzburger Arbeitsmarkt derzeit sehr dynamisch: Rund 70.000 Menschen wechseln pro Jahr ihren Job – damit ist jeder dritte bis vierte Arbeitnehmer betroffen. Nach drei Jahren endete 2008 die Phase des Rückgangs der Zahl der Arbeitslosen. Während im ersten Halbjahr die Beschäftigung mit einem Plus von 3,3 Prozent noch kräftig wuchs, fiel das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte mit nur mehr 1,8 Prozent deutlich geringer aus. Im Juli 2008 erreichte Salzburg mit 244.521 einen Beschäftigungsrekord.

Recht unterschiedlich war die Entwicklung nach Branchen: Während im Bauwesen oder im Gesundheitsbereich die vorgemerkten Arbeitslosen sanken, stiegen sie im Bereich der Wirtschaftsdienstleistung oder am Produktionssektor an. Im Tennengau wurde ein Plus von 6,5 Prozent bei der Arbeitslosigkeit verzeichnet, im Pongau um 3,7 Prozent und im Lungau um zwei Prozent. Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit gab es im Pinzgau (minus drei Prozent) und in der Stadt Salzburg (minus 1,2 Prozent). Im Bundesländervergleich war Salzburg mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent das zweitbeste Bundesland nach Oberösterreich.

(Quelle: S24)

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